Im Zuge des massiven Vogelgrippe-Geschehens in Deutschland und der EU ist auch die Forderung nach Impfungen als Vorsorgeinstrument wieder lauter geworden. Zwei Vogelgrippe-Impfstoffe vom Tierarzneimittelhersteller Boehringer Ingelheim haben jetzt die EU-Zulassung erhalten. Erstmals ist auch ein Impfstoff für Puten dabei.
EU genehmigt zwei Impfstoffe gegen Vogelgrippe
Boehringer Ingelheim ist weltweit führender Anbieter von Präventivmedizin für Nutztiere. Zwei Vogelgrippe-Impfstoffe des Unternehmens haben jetzt die europäischen Zulassungen durch die EU-Kommission erhalten. Beide Impfstoffe immunisieren Hühner und Puten, ein Impfstoff ist zusätzlich bei Enten gegen das H5-Vogelgrippevirus einsetzbar. Für Puten gibt es in der EU bisher keinen zugelassenen Vogelgrippe-Impfstoff.
Der Stamm H5 ist der am weitesten verbreitete Stamm des Vogelgrippevirus und auch verantwortlich für das aktuelle massive Seuchengeschehen in Deutschland und der EU – das erhebliche wirtschaftliche Einbußen für die gesamten Produktionsketten bedeutet.
Ruf nach präventiven Impfungen wird lauter
Von verschiedenen Seiten wird aktuell die Forderung nach einer präventiven Impfung von Nutzgeflügel wieder lauter. Die Entscheidung zur Impfung gegen die Vogelgrippe liegt bei den nationalen Behörden der einzelnen Länder. Internationale Organisationen wie die WOAH (World Organisation for Animal Health) empfehlen, Präventivimpfungen in Strategien zur Bekämpfung der Vogelgrippe zu integrieren.
DIVA-Impfstoffe sollen Handel ermöglichen
„Grenzüberschreitende Tierseuchen wie die Vogelgrippe werden weiterhin eine Bedrohung darstellen. Daher sind neue Ansätze zur Bekämpfung dieser Infektionskrankheiten zunehmend wichtig. Boehringer Ingelheim investiert weiterhin in Forschung und Innovation. Wir sind bereit, Regierungen, Gesundheitsbehörden und Produzenten mit Impfstoffen und Expertise in der Überwachung sowie beim Aufbau robuster Krankheitsbekämpfungspläne zu unterstützen“, sagt Armin Wiesler, Leiter des Geschäftsbereichs Tiergesundheit und Mitglied des Vorstands.
Auch die beiden Impfstoffe von Boehringer Ingelheim, die jetzt die EU-Zulassung erhalten haben, sind sogenannte DIVA-Impfstoffe (=Differentiate Infected from Vaccinated Animals). Diese Impfstoffe verfügen über einen Biomarker – was Voraussetzung für eine Anwendung in der EU ist. Der Biomarker ermöglicht eine Unterscheidung geimpfter Tiere von geimpften Tieren, die mit einem Feldvirus infiziert sind.
Handelsbeschränkungen ließen sich mittels dieser Unterscheidungsmöglichkeit ggf. vermeiden.
Boehringer Ingelheim bittet die Politik nun auf nationaler und internationaler Ebene, Exportbeschränkungen zu überprüfen und anzupassen, sodass der Einsatz von DIVA-Impfstoffen als wirksames Instrument zur Krankheitsbekämpfung anerkannt wird, ohne den internationalen Handel unnötig zu beeinträchtigen. Laut Boehringer Ingelheim ermöglicht die DIVA-Funktion der Impfstoffe es den Abnehmern, ihre Überwachungsprogramme umzusetzen und den sicheren Handel zu unterstützen, während gleichzeitig geimpft wird.
































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