Saarland: Positives Fazit zum Aufstallgebot

11 März 2026
Verbände
gwv saarland

Die Führung des Verbands der Geflügelhalter Saarland (v.l.): Markus Joseph, Daniel Hubertus, Gerd Lorson, Alwin Rock, Martin Kraemer, Helga Futterknecht (Geschäftsführerin), Martin Zenner, Kevin Tintinger. 


Zur diesjährigen Mitgliederversammlung des Verbands der Geflügelhalter Saarland konnte der 1. Vorsitzende Martin Kraemer zahlreiche Mitglieder, Vertreter von Behörden und Firmen begrüßen. Bei den Fachvorträgen ging es um die Vogelgrippe. Das Saarland war wenig betroffen. Es gab eine landesweite Aufstallpflicht. Das Land zog dazu ein positives Resümee.  

Auf der diesjährigen Mitgliederversammlung des Verbands der Geflügelhalter Saarland ging es im Vortragsteil in erster Linie um die Vogelgrippe. So erläuterte Dr. Stefan Stuchlich von der Tierseuchenkasse des Saarlandes die Gründe, aus denen heraus das Umweltministerium am 28. Oktober 2025 eine landesweite Aufstallpflicht anordnete. Im Saarland ist die Tierseuchenkasse am Umweltministerium angesiedelt. 

Saarland ist Überfluggebiet der Kraniche

Wie Dr. Stuchlich informierte, ist das gesamte Saarland Überflugregion für Kraniche. Hier treffen zwei Hauptzugrouten Richtung Süden zusammen. Die Kraniche fliegen vom Saarland aus zum Marne-Stausee in der südlichen Champagne. Der größte Stausee Frankreichs ist sehr bedeutender Rastplatz für Zugvögel. 

Im Oktober 2025 häuften sich bekanntlich die positiven Vogelgrippe-Befunde bei verendeten Kranichen. Hier war ein klare Wanderung der Befunde  beginnend von Nord-/Ostdeutschland Richtung Westen/Süden zu erkennen. 

Um die Geflügelbestände im Saarland zu schützen, wurde deshalb die landesweite Aufstallpflicht beschlossen. Das Saarland umfasst fünf Landkreise und den Regionalverband Saarbrücken. 

Nur ein Monat landesweite Aufstallpflicht 

Die Aufstallpflicht konnte bereits Ende November nach Ende des Kranichzugs wieder aufgehoben werden. Dr. Stuchlich sah diese Maßnahme als erfolgreich an, es gab in dieser Zeit keinen Vogelgrippe-Fall bei gehaltenem Geflügel. Das Aufstallgebot war sehr kurzfristig umgesetzt worden, informiert wurde über die regionale Presse, Verbände etc. Da im Saarland die privaten Haltungen deutlich überwiegen, wurde ein Bürgertelefon eingerichtet. 

Aktuell hat bereits der Rückflug der Zugvögel begonnen. Da es im Saarland jedoch seit dem Winter keine nennenswerten Geflügelpest-Funde bei verendeten Wildvögeln mehr gibt, ist eine neue Stallpflicht derzeit nicht im Plan. Wie der Geschäftsführer der Tierseuchenkasse betonte, beobachte man die Situation aber genau, um ggf. wieder schnell handeln zu können. Man sieht sich bezüglich der Vogelgrippe-Vorsorge gut aufgestellt. 

Dienstleister für Bestandsräumungen stellt sich vor

Im Saarland ist das Unternehmen Abics der Dienstleister für Bestandsräumungen und ggf. Reinigung und Desinfektion betroffener Betriebe. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Niedersachsen und übernimmt in verschiedenen Bundesländern diese Aufgaben. Im Falle einer behördlich angeordneten Bestandsräumung ist es sehr wichtig, dass dafür innerhalb kürzester Zeit ausreichend qualifiziertes Personal zur Verfügung gestellt werden kann. Dieses hält Abics über Standby-Verträge vor. 

Christoph Ahrens von Abics informierte auf der Mitgliederversammlung, wie Geflügel im Falle einer Seuche je nach Art, Größe und den örtlichen Gegebenheiten vorbereitet, behandelt und entsorgt wird. Dr. Stefan Stuchlich konnte genauere Details zu den Entschädigungskosten bekannt geben.

Wunsch nach Hybridveranstaltungen auf Bundesebene

Auf der Mitgliederversammlung online von Berlin aus dabei Wolfgang Schleicher, Geschäftsführer des Zentralverbandes der Geflügelwirtschaft, ZDG.  Wolfgang Schleicher informierte ausführlich über die geplanten Beitragserhöhungen des Bundesverbandes Ei (BVEi) und des ZDG. Wie Martin Kraemer betonte, schätzt der Landesverband die Arbeit des ZDG sehr. Da die Teilnahme an Präsenzveranstaltungen in Berlin einen hohen zeitlichen Aufwand bedeuten, wünscht man sich doch sehr den Wechsel zu Hybridveranstaltungen. 

Bei den turnusgemäß anstehenden Wahlen kandidierten alle Vorstandsmitglieder erneut und wurden einstimmig wiedergewählt.

Geflügelnews
Bild: Futterknecht

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