Wissenschaftler der University of Connecticut (USA) prüfen eine neue Methode gegen Salmonellen in der Geflügelverarbeitung. Sie setzen sogenannte Postbiotika im Kühlwasser von Geflügelkarkassen ein. Erste Laborergebnisse fallen vielversprechend aus. Doch ob diese Methode in Europa zugelassen wird, ist fraglich.
Postbiotika senken Salmonellenbelastung im Versuch
Im Versuch mischten die US-Forscher Postbiotika in das Kühlwasser, mit dem Geflügelkarkassen nach der Schlachtung heruntergekühlt werden. In Laborversuchen mit belasteter Hühnerhaut sank die Zahl der Salmonellen deutlich. Gleichzeitig blieb die Hautqualität erhalten.
Postbiotika entstehen aus probiotischen Bakterien. Im Gegensatz zu lebenden Mikroorganismen gelten sie als stabiler und robuster. Sie lösen sich gut in Wasser und lassen sich nach Einschätzung der Wissenschaftler leichter in bestehende Schlachtlinien integrieren.
Vorteile gegenüber probiotischen Bakterien
Nach Angaben der Forscher bringen Postbiotika praktische Vorteile für die Verarbeitung mit. Weil die Stoffe keine lebenden Keime enthalten, reagieren sie weniger empfindlich auf Temperaturschwankungen oder Lagerbedingungen. Das könnte den Einsatz in der industriellen Geflügelschlachtung vereinfachen.
Bislang beschränken sich die Untersuchungen jedoch auf Laborbedingungen. Als Nächstes wollen die Wissenschaftler die Methode an Geflügelteilen und später an ganzen Karkassen unter Praxisbedingungen testen.
EU prüft antimikrobielle Verfahren strenger
Ob die Technik später auch in Europa eingesetzt werden darf, bleibt offen. Die Europäische Union bewertet antimikrobielle Verfahren bei Geflügel deutlich strenger als die USA.
Vor einer möglichen Zulassung müssten europäische Behörden die eingesetzten Stoffe umfassend prüfen. Dabei geht es unter anderem um Lebensmittelsicherheit, mögliche Rückstände und die tatsächliche Wirksamkeit der Methode. Branchenbeobachter rechnen deshalb mit einem langen Zulassungsverfahren.

































Reagieren
Geflügelnews lädt Sie ein, auf Artikel zu reagieren und schätzt Reaktionen mit Inhalt. Die Redaktion behält sich das Recht vor, beleidigende oder kommerziell motivierte Reaktionen ohne Angabe von Gründen zu entfernen.