Genetikvergleich: Welche Legehenne passt für Ihren Betrieb?

07 Juli 2026
Legehenne
Genetikvergleich

Der eigene Vermarktungsweg sollte berücksichtigt werden bei der Wahl der Genetik.


Der Erfolg eines Legehennenbetriebs beginnt mit der Wahl der richtigen Genetik. Ein Vergleich von Haus Düsse zeigt, wie sich drei Herkünfte bei Legeleistung, Eigewicht, Tiergesundheit und Eiqualität unterscheiden – und warum die beste Henne immer ganz individuell von den Zielen des Betriebs abhängt. 

Vor dem Hintergrund einer zunehmend differenzierten Geflügelproduktion sowie steigender Anforderungen seitens Markt, Gesellschaft und Gesetzgebung gewinnt eine standort- und betriebsangepasste Auswahl geeigneter Legehennengenetiken zunehmend an Bedeutung. Hierbei zu berücksichtigen sind unter anderem das Haltungssystem, das Fütterungskonzept, klimatische Bedingungen sowie betriebsindividuelle Zielsetzungen und Vermarktungswege. 

Auf dem Versuchs- und Bildungszentrum Landwirtschaft Haus Düsse wurden drei am Markt verfügbare Legehennengenetiken der Firma Hendrix Genetics miteinander verglichen. Der Fokus lag dabei auf praxisrelevanten Kriterien, die für landwirtschaftliche Betriebe bei der Auswahl einer geeigneten Genetik von besonderer Bedeutung sind. Auf dieser Grundlage können Betriebe eine informierte Entscheidung treffen und diejenige Legehennengenetik auswählen, die optimal zu ihren individuellen betrieblichen Voraussetzungen passt. 

DeKalb White (links), Isa Brown (Mitte) und Warren (rechts)

DeKalb White, Isa Brown und Warren im Test

Für den Versuch wurden jeweils 475 Hennen der Genetiken Dekalb White (Weißleger), Isa Brown und Warren (jeweils Braunleger) eingestallt und 84 Lebenswochen (64 Produktionswochen) gehalten. Die Tabelle zeigt die durchschnittlichen Leistungsparameter je Durchschnittshenne (DH =Anzahl der eingestallten Tiere minus der Verluste). Weiterhin festgehalten wurden die Eigewichtsklassen, die Eiqualität sowie Boniturergebnisse.  

Leistungsparameter der drei Genetiken (DH=Durchschnittshenne)

Jede Genetik mit Stärken und Schwächen

Zusammenfassend lässt sich aus den Ergebnissen festhalten, dass die untersuchten Legehennengenetiken unterschiedliche Ausprägungen in den erhobenen Merkmalen zeigen und sich dadurch für verschiedene betriebliche Anforderungen eignen können. Die Genetik Dekalb White zeigte insbesondere in den Leistungsmerkmalen, wie beispielsweise der Legeleistung, signifikante Vorteile gegenüber den anderen Genetiken. Gleichzeitig fiel jedoch auf, dass das durchschnittliche Eigewicht geringer ausfiel und die Eier häufiger niedrigeren Gewichtsklassen zugeordnet werden konnten.

Die Genetiken Isa Brown und Warren wiesen hingegen in Bezug auf die Fußballengesundheit sowie den Zustand des Brustbeins weniger Veränderungen auf. Dies deutet darauf hin, dass sich die Tiere in diesen Merkmalen von der Dekalb White unterscheiden. Besonders die Isa Brown überzeugten zusätzlich durch ein höheres Eigewicht sowie einen größeren Anteil an Eiern in höheren Gewichtsklassen.

Schalen- und Dotterfarbe teilweise wichtig

Die Warren-Hennen zeigten vor allem Unterschiede in den Qualitätsmerkmalen der Eier. Hervorzuheben sind hierbei insbesondere die intensivere Schalen- und Dotterfarbe, welche je nach Vermarktungsform und Verbraucherwunsch von Bedeutung sein kann.

Gefiederbonitur der drei Genetiken von LW 30 bis LW 80 (Schema Welfare Quality/MTool)

Der Versuch zeigt somit, dass bei der Auswahl einer passenden Genetik verschiedene Leistungs-, Gesundheits- und Qualitätsmerkmale gleichermaßen berücksichtigt werden sollten.

Pia Schulte-Huxel, Josef Stegemann, Senta Becker; Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
Bild: Pia Schulte-Huxel, AdobeStock_Harald Biebel

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