Mecklenburg-Vorpommern: 4.000 Rinder raus – 200.000 Masthähnchen rein

19 August 2026
Masthuhn
Hähnchenmast Mecklenburg

Rinder raus, Hähnchen rein: Im mecklenburgischen Zepkow wird eine frühere Rinderanlage für knapp 200.000 Masthähnchen umgebaut. Rund 2 Mio. Euro will der Betrieb investieren. Man reagiert damit auf die guten Marktaussichten bei Geflügelfleisch. Die Behörde hatte jetzt grünes Licht für den Umbau gegeben, der 2022 beantragt worden war. 

In Zepkow (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) kann jetzt der geplante Umbau einer früheren Rinderanlage für die Mast von Hähnchen beginnen. Das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburgische Seenplatte (StALU MS) hat der Agrar GmbH Zepkow die immissionsschutzrechtliche Änderungsgenehmigung erteilt. Vorgesehen sind insgesamt 199.492 Tierplätze in fünf Ställen. 

Umbauantrag bereits 2022 gestellt

Damit nimmt die bereits seit mehreren Jahren geplante Neuausrichtung des Betriebs eine entscheidende Hürde. Der Antrag auf Umnutzung der Rinderanlage war bereits Ende 2022 gestellt und anschließend mehrfach geändert worden. Die vorhandenen Gebäude sollen saniert und für die Geflügelhaltung umgebaut werden. Das Investitionsvolumen liegt Medienberichten zufolge bei rund 2 Mio. Euro.

In Zepkow wurden zuvor Rinder gehalten. Nach Angaben des Betriebs wurde diese Produktion bereits 2019 aus Kostengründen eingestellt. Betriebsleiter Karl-Heinrich Niehoff begründete den Wechsel zur Hähnchenmast gegenüber dem NDR unter anderem mit der guten Nachfrage nach Geflügelfleisch.

Umfangreiche Umbauten geplant

Für die neue Anlage in Zepkow sind umfangreiche Umbauten vorgesehen. Ein ehemaliger Jungrinderstall soll künftig Platz für 34.850 Masthähnchen bieten. Weitere 164.642 Tierplätze entstehen durch den Umbau eines Rinderstalls in vier Einzelställe. Hinzu kommen unter anderem zwölf Futtersilos, fünf Wärmetauscher, neue Lüftungsanlagen sowie ein 200 Kubikmeter großer Sammelbehälter für Reinigungswasser.

Vorgesehen ist in den neuen Ställen Kurz- und Mittelmast bis maximal zum 42. Lebenstag. In drei der fünf Ställe sind Kaltscharrräume vorgesehen. Als Einstreu und Beschäftigungsmaterial sollen unter anderem Stroh oder Dinkelspelzen zum Einsatz kommen. 

Einstreu und Technik begrenzen Emissionen

Nach Angaben des StALU soll die eingesetzte Technik zugleich die Emissionen begrenzen. Wärmetauscher und spezielles Einstreumaterial sollen die Ammoniakemissionen reduzieren. Die Anlage erhält außerdem ein Verneblungssystem zur Kühlung im Sommer.

Mit der Genehmigung kann die Agrar GmbH Zepkow nun den grundlegenden Wechsel von der früheren Rinderhaltung zur Hähnchenmast vollziehen. Aus einem Standort für ehemals rund 4.000 Rinder wird damit eine Mastanlage mit knapp 200.000 Geflügelplätzen.

Bauernzeitung I Claudia Duda
Bild: Christa Diekmann-Lenartz

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