Wie bleiben Legehennen länger leistungsfähig? Geflügeltierarzt Dr. Thorsten Arnold erklärt: Futter allein reicht nicht. Wer Tiere länger halten will, muss Gesundheit sichern, Abläufe beherrschen und konsequent handeln.
Geflügeltierarzt Dr. Thorsten Arnold zeigte bei einem Fachvortrag im Rahmen einer Veranstaltung des Netzwerkes Fokus Tierwohl auf, dass eine längere Haltung von Legehennen mehr benötigt als gutes Futter. Vielmehr ist es ein Zusammenspiel aus Gesundheit, Management und Disziplin – und manchmal auch die Bereitschaft, unbequeme Maßnahmen konsequent umzusetzen.
Die fünf Säulen der Langlebigkeit
Wer die Nutzungsdauer von Legehennen verlängern will, kommt an den fünf zentralen Punkten
- stabile Tiergesundheit,
- gute Befiederung,
- geringe Parasitenbelastung,
- ausgewogene Nährstoffversorgung und
- konsequentes Management
nicht vorbei. Die Tiergesundheit steht dabei an erster Stelle, die mit konsequenter Biosicherheit beginnt und über Impfprogramme bis hin zu stallindividuellen Prophylaxestrategien reicht. Viele Krankheiten lassen sich zwar behandeln, aber am besten ist es, wenn sie gar nicht erst auftreten.
Biosicherheit: Der unterschätzte Faktor
Die Biosicherheit wird im Alltag oft unterschätzt. Dabei entscheidet sie nicht nur über einzelne Krankheitsausbrüche, sondern über das gesamte Gesundheitsniveau eines Bestandes.
„Wenn ich eine gute Biosicherheit habe, habe ich natürlich insgesamt auch eine bessere Tiergesundheit“, betont Dr. Arnold.
Besonders kritisch sind die sogenannten Infektketten. Krankheitserreger gelangen nicht zufällig in den Stall, sondern werden aktiv verschleppt – über Menschen, Fahrzeuge oder Materialien. Da schon kleinste Mengen ausreichen, ist ein konsequenter Kleidungswechsel, Hygiene, klare Betriebsabläufe und die Sensibilität für scheinbare Kleinigkeiten unabdingbar.
Impfungen: Kein Allheilmittel, aber unverzichtbar
Dr. Arnold betont die Notwendigkeit der Immunprophylaxe. Impfungen können zwar nicht jede Infektion verhindern, aber sie reduzieren die Folgen drastisch. Er verweist auf aktuelle Beispiele, bei denen geimpfte Bestände bei Newcastle-Ausbrüchen nur etwa zwei Prozent Verluste verzeichneten, hingegen bei ungeimpften Kleinbeständen bis zu 100 Prozent. „Das ist ein Impfschutz von 98 Prozent“, so Dr. Arnold.
Der Start prägt die gesamte Legeperiode
In der Anfangsphase nach der Einstallung wird Dr. Arnold zufolge der Grundstein für die gesamte Produktionsperiode gelegt. Die Tiere müssen schnell lernen, wo sie Futter, Wasser und Nester finden, sonst drohen langfristige Probleme wie schlechte Gewichtsentwicklung, geringe Uniformität und spätere Leistungseinbußen. Hilfsmittel wie zusätzliche Leitern oder eine intensive Beobachtung der Tiere sind dabei keine Nebensächlichkeiten, sondern entscheidende Managementinstrumente.
Futter, Wasser, Management – die unterschätzten Klassiker
Neben großen Themen wie Seuchen oder Impfprogrammen sind es oft die Basics, die über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Dr. Arnold formuliert es bewusst simpel:




































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