Hohe Nachfrage, wenig Angebot: Bruteier so teuer wie nie

16 Februar 2025
Brüterei
Bruteier

Die Preise für Bruteier steigen stark an, da Vogelgrippe-Ausbrüche und eine hohe Exportnachfrage das Angebot verknappen.

Die weltweit hohe Nachfrage nach Bruteiern, insbesondere aus Osteuropa, führt zu steigenden Preisen. Laut dem niederländischen Bruteierexporteur Carl Destrooper profitierte die Branche bereits 2024 von hohen Verkaufspreisen, und 2025 begann sogar noch stärker. Hauptgründe sind die begrenzte Verfügbarkeit und der Rückgang der Bruteierproduktion in Osteuropa durch Vogelgrippeausbrüche, unter anderem in der Tschechischen Republik und Bulgarien.

Hohe Nachfrage aus Exportmärkten treibt Preise nach oben

Auch in den USA hat die Vogelgrippe den Geflügelsektor stark beeinträchtigt, doch aufgrund hoher Preise in Europa gibt es dort bisher keine Nachfrage nach Bruteiern. Stattdessen gingen viele niederländische und belgische Bruteier an traditionelle Märkte wie Saudi-Arabien, den Irak, Libyen und afrikanische Länder. Der Ukraine-Krieg hat den Export nach Russland verändert: Während früher niederländische Bruteier nach Russland gingen, stammen sie nun vor allem aus der Tschechischen Republik und Deutschland.

Eingeschränkte Produktion verringert Angebot

Zusätzliche Faktoren verringern das Angebot an Bruteiern. Die Nachfrage nach Eintagsküken ist hoch, weil die Masthähnchenhaltung derzeit gute Erträge erzielt. Gleichzeitig produzieren neue Zuchtlinien etwas weniger Eier pro Henne, und die Befruchtung liegt um bis zu zwei Prozent niedriger. Dadurch stehen trotz hoher Nachfrage weniger Bruteier für den Export zur Verfügung.

Steigende Preise für Bruteier

Die hohe Nachfrage und das begrenzte Angebot spiegeln sich in steigenden Notierungen wider. Laut den niederländischen Fachverbänden LTO/NOP und NVP sind die Preise seit Anfang 2024 gestiegen und erreichten am 6. Februar 26,71 Cent pro Ei – ein Plus von über 5 Cent im Vergleich zum Vorjahr. Der Preis für freie Bruteier liegt derzeit zwischen 32,5 und 35 Cent pro Stück, so hoch wie nie zuvor. Obwohl viele Händler langfristige Verträge zu niedrigeren Preisen abgeschlossen haben, bleibt die Nachfrage stabil.

Vogelgrippe verschärft die Knappheit

Wie lange die hohen Preise anhalten, bleibt ungewiss. Ein erneuter Vogelgrippeausbruch könnte Exporte einschränken, wie zuletzt im Dezember, als der Irak wegen eines Falls in den Niederlanden den Import stoppte. Marktstörungen können auch auftreten, wenn Importländer wie Polen oder Bulgarien ihre eigene Produktion ausbauen, um sich von teuren Importen unabhängig zu machen.

Wettbewerb durch türkische Bruteier

Die Türkei baut ihre Bruteierproduktion weiter aus und verdrängte bereits 2023 niederländische und belgische Anbieter in Märkten wie dem Irak. Momentan profitiert die europäische Branche von der globalen Knappheit, doch sollte sich die Marktlage ändern, könnte der Konkurrenzdruck aus der Türkei wieder steigen.

Geflügelnews
Bild: Ellen Meinen
Quelle: Tom Schotman

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