In der niederländischen Geflügelbranche rücken Futtermittelwirtschaft, Tierhaltung und Schlachtung enger zusammen. ForFarmers gründet mit der Groenland Group ein Joint Venture, das in Masthähnchenbetriebe in den Niederlanden investieren soll. Hinter dem Partner steht die deutsche PHW-Gruppe.
ForFarmers und Groenland investieren gemeinsam in Masthähnchenbetriebe
Der niederländische Futtermittelkonzern ForFarmers baut sein Engagement in der Geflügelwirtschaft aus. Das Unternehmen arbeitet künftig strategisch mit der Groenland Group zusammen. Ziel ist es, gemeinsam in niederländische Masthähnchenbetriebe zu investieren.
Dafür haben beide Partner ein Joint Venture gegründet. ForFarmers hält daran 49 Prozent. Einen Masthähnchenbetrieb, den der Futtermittelhersteller Anfang 2026 gekauft hatte, hat ForFarmers bereits in die gemeinsame Gesellschaft eingebracht. Das Unternehmen gab die Zusammenarbeit am 6. August bekannt.
Deutscher PHW-Konzern steht hinter Groenland Group
Für deutsche Geflügelhalter ist vor allem der Partner interessant. Zur Groenland Group gehören die niederländischen Masthähnchenschlachtereien Esbro und Van den Bor. Die Unternehmensgruppe wiederum gehört zur deutschen PHW-Gruppe. Damit verbindet das neue Joint Venture einen großen Futtermittelhersteller mit einer Unternehmensgruppe, die bereits stark in der Schlachtung und Verarbeitung von Geflügel verankert ist.
Futtermittelhersteller sichern sich Zugang zur Tierhaltung
ForFarmers ist mit diesem Schritt in den Niederlanden nicht allein. Auch andere Futtermittelunternehmen haben in den vergangenen Jahren direkt in Masthähnchenbetriebe investiert.
So kaufte beispielsweise der niederländische Futtermittelhersteller Gebroeders Fuite Masthähnchenbetriebe. Ein Motiv dafür ist, den Absatz von Geflügelfutter langfristig abzusichern.
Auch De Heus Voeders weitete seinen Einfluss entlang der Wertschöpfungskette aus. Das Unternehmen übernahm Anfang 2025 die Geflügelschlachterei und das Integrationsunternehmen Van der Linden. Zum Paket gehörten auch eigene Masthähnchenbetriebe.
De Heus erklärte allerdings Anfang 2026, keine weiteren Masthähnchenbetriebe kaufen zu wollen. Das Unternehmen zeigte sich zugleich offen dafür, die ehemals zu Van der Linden gehörenden Betriebe wieder abzugeben.
Niederländische Geflügelbranche rückt enger zusammen
Die Entwicklung zeigt einen klaren Trend: Große Unternehmen beschränken sich immer weniger auf eine einzelne Stufe der Geflügelproduktion. Futtermittelhersteller, Tierhalter, Schlachtunternehmen und Verarbeiter arbeiten enger zusammen oder beteiligen sich direkt an vor- und nachgelagerten Produktionsstufen.
Für selbstständige Masthähnchenhalter ist diese Entwicklung relevant. Je stärker Unternehmen die Wertschöpfungskette bündeln, desto stärker können sich auch Lieferbeziehungen, Vermarktungswege und die Position einzelner Betriebe gegenüber Futtermittelherstellern und Schlachtunternehmen verändern.
Das neue Joint Venture von ForFarmers und Groenland ist damit mehr als eine reine Unternehmensbeteiligung. Es steht beispielhaft für den Strukturwandel, der die niederländische Geflügelwirtschaft derzeit prägt.
ForFarmers baut auch Geschäft in Polen aus
Parallel treibt ForFarmers seine Strategie in Polen voran. Die polnische Wettbewerbsbehörde hat inzwischen das geplante Joint Venture mit der KPS Food Group genehmigt. ForFarmers hatte das Vorhaben im Februar angekündigt.
Auch dort setzt der Futtermittelhersteller auf eine engere Verzahnung der einzelnen Stufen der Geflügelproduktion. Mit der Zusammenarbeit will ForFarmers seine Position auf dem wachsenden polnischen Geflügelfleischmarkt stärken.
Das Unternehmen erwartet, die Transaktion im Herbst 2026 abschließen zu können.




































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