Nach jahrelanger Pause dürfen brasilianische Geflügelfleischbetriebe wieder ohne direkte EU-Inspektion exportieren. Mit der Wiedereinführung des Pre-Listings rechnet die Branche mit einem deutlichen Exportplus – und sieht darin ein Signal für das Vertrauen Europas in das brasilianische Kontrollsystem.
EU erlaubt Brasilien wieder das Pre-Listing
Die Europäische Union hat das sogenannte Pre-Listing für brasilianische Geflügelfleischexporteure wieder zugelassen. Das teilte das Agrarministerium in Brasília mit. Die Regelung war 2018 nach dem großen Fleischskandal in Brasilien ausgesetzt worden.
Mit dem Pre-Listing können brasilianische Behörden eigenständig Betriebe benennen, die Geflügelfleisch in die EU exportieren dürfen – ohne dass diese zuvor von EU-Inspektoren überprüft werden müssen.
Verband erwartet wachsende Exportmengen
Der brasilianische Branchenverband ABPA begrüßte die Entscheidung als Vertrauensbeweis in das nationale Kontrollsystem für Tiergesundheit und Lebensmittelsicherheit.
„Mit dieser Maßnahme erhält Brasilien die Autonomie zurück, exportierende Betriebe zu benennen und zu qualifizieren, die die europäischen Anforderungen vollständig erfüllen“, erklärte der Verband. Die Entscheidung vereinfache die Abläufe, schaffe mehr Planungssicherheit und ermögliche künftig mehr Unternehmen den Zugang zum europäischen Markt.
Exportzahlen sollen wieder steigen
Vor der Aussetzung des Pre-Listings im Jahr 2018 hatte Brasilien jährlich über 500.000 Tonnen Hühnerfleisch in die EU exportiert. 2024 lag die Menge laut ABPA nur noch bei 231.900 Tonnen.
Der Verband rechnet nun mit einer deutlichen Belebung des Geschäfts – derzeit dürfen etwa 30 Betriebe Geflügelfleisch in die EU liefern.

































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