Agravis unterstützt Stallbau – Fokus auf junge Geflügelhalter

05 Mai 2025
Deutschland
Hähnchemast

Agravis will junge Landwirte beim Bau von Geflügelställen finanziell und organisatorisch unterstützen – mit Fokus auf Photovoltaik und Beratung.

Agravis will den Stallbau in der Geflügelhaltung gezielt durch Beratung und Kapitalbeteiligung fördern, um jungen und investitionswilligen Landwirten den Einstieg zu erleichtern.

Die Agravis Raiffeisen AG plant, Landwirte beim Bau von Geflügelställen nicht nur beratend, sondern auch finanziell zu unterstützen. Wie Vorstandschef Dirk Köckler gegenüber Fachjournalisten in Hannover erklärte, sollen damit vor allem junge und investitionsbereite Landwirte angesprochen werden. Laut Köckler bieten Geflügelmast und Legehennenhaltung derzeit attraktive Einkommensmöglichkeiten.

Geflügelwirtschaft: Nachfrage steigt – Selbstversorgung unterschiedlich

In der Geflügelmast liegt der Selbstversorgungsgrad in Deutschland bei etwa 100 Prozent, wobei die Nachfrage weiter zunimmt. Deutlich niedriger fällt dieser Wert bei Eiern aus – hier werden nur rund 70 Prozent des Bedarfs im Inland gedeckt, berichtet Agravis laut Aussagen Köcklers.

Kooperationsmodell mit klaren Grenzen

Agravis will sich dabei nicht als landwirtschaftlicher Produzent betätigen, sondern setzt auf ein kooperatives Modell. Landwirte erhalten Managementberatung, etwa zur Arbeitsplanung, und Hilfe bei der Planung von Ställen unterhalb der BImschV-Genehmigungsgrenze von 30.000 Plätzen. Ein weiterer Baustein des Angebots ist die Integration von Photovoltaikanlagen auf den neuen Stallgebäuden.

Finanzielle Beteiligung sichert Bankfinanzierungen ab

Um Landwirten den Zugang zu Bankkrediten zu erleichtern, beteiligt sich Agravis mit einem kleinen Kapitalanteil an den Bauvorhaben. Köckler betonte, das Modell sei mit den genossenschaftlichen Gremien abgestimmt und werde schrittweise umgesetzt. Eine vollständige Übernahme landwirtschaftlicher Aktivitäten durch Agravis sei ausgeschlossen.

Stabiler Jahresauftakt – keine dramatischen Folgen durch Zollstreit

Das Geschäftsjahr 2025 ist für Agravis solide angelaufen. Der Konzern liegt nach dem ersten Quartal im Plan. Die Zielmarken von über 8 Milliarden Euro Umsatz und rund 60 Millionen Euro Vorsteuergewinn gelten laut Köckler als realistisch.

Trotz anhaltender Unsicherheiten durch den Zollstreit mit den USA – ausgelöst durch Maßnahmen unter Ex-Präsident Donald Trump – rechnet Agravis nicht mit grundlegenden Störungen im Agrarhandel. Allerdings sei ein aktives Risikomanagement nötig, um die Auswirkungen volatiler Märkte und Währungsschwankungen, insbesondere zum US-Dollar, zu bewältigen.

Hauptversammlung steht bevor

Am Dienstag, den 6. Mai, findet in Berlin die ordentliche Hauptversammlung der Agravis statt.

Geflügelnews
Bild: Christa Diekmann-Lenartz
Quelle: agrarheute / Norbert Lehmann

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