Wiesenhof plant Verdopplung der Schlachtkapazitäten in Königs Wusterhausen

11 September 2025
Deutschland
Geflügelschlachtkörper

Der Geflügelkonzern Wiesenhof plant eine deutliche Ausweitung seiner Produktion im Ortsteil Niederlehme bei Königs Wusterhausen. Künftig sollen dort täglich bis zu 120.000 Hühner geschlachtet werden. Das Vorhaben sorgt für Diskussionen vor Ort. 

120.000 Hühner pro Tag: Schlachthof in Niederlehme soll wachsen 

Der Geflügelkonzern Wiesenhof plant, die Produktion im Schlachthof im Königs Wusterhausener Ortsteil Niederlehme (Dahme-Spreewald) deutlich zu erhöhen. Wie Geschäftsführer André Hüttemeyer von der Märkischen Geflügelhof-Spezialitäten GmbH dem Rundfunk Berlin-Brandenburg rbb bestätigte, wurde ein Antrag beim Landesumweltamt gestellt. Ziel sei es, die tägliche Schlachtkapazität von derzeit 190 auf 375 Tonnen zu steigern – das entspricht rund 120.000 Hühnern pro Tag statt bislang 90.000.

Zuerst hatte die "Märkische Allgemeine Zeitung" über die Expansionspläne berichtet. Danach soll ein wesentlicher Teil der geplanten Steigerung durch die Verarbeitung schwererer Hühner erfolgen. Statt Tieren mit einem Gewicht von 2,2 Kilogramm sollen künftig sogenannte Langmast-Hühner mit rund 2,8 Kilogramm geschlachtet werden. Umbauten am Standort sollen die Produktionsprozesse wettbewerbsfähig halten. Eine Erhöhung der Wasserentnahme sei dabei nicht vorgesehen, so Hüttemeyer.

Frühere Expansion scheiterte am Wasserverbrauch

Ein früherer Expansionsversuch des Unternehmens war am Wasserverbrauch gescheitert. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) hatte erfolgreich gegen die Kapazitätserhöhung geklagt, das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg stoppte das Vorhaben.
Die neuen Pläne werden nun politisch beraten werden. Gestern (10.9.) wurden sie im Ortsbeirat Niederlehme vorgestellt, in der kommenden Woche ist der Ausschuss für Stadtentwicklung an der Reihe. Die endgültige Entscheidung über die bauliche Planung trifft die Stadtverordnetenversammlung. Ob die Kapazitätserweiterung genehmigt wird, entscheidet letztlich das Landesumweltamt.

Kritik von Naturschutzbund und Tierschützern

Erweiterungspläne bei Wiesenhof Niederlehme sind ein Politikum. Immer wieder gibt es Proteste vor der Schlachterei. 2016 hatte eine eigenmächtige Erhöhung der Kapazitäten große Proteste ausgelöst und Tierschützer auf den Plan gerufen. 2023 beteiligten sich mehrere Hundert Demonstrierende an einer Kundgebung gegen den Betrieb. Kritikpunkte sind unter anderem enge Stallhaltung, fehlender Auslauf und der Einsatz von Antibiotika.

Wiesenhof verweist auf Verbesserungen. Nach eigenen Angaben stammen mehr als 97 Prozent der Produktion aus Haltungsstufe zwei oder höher. Zugang zu Außenbereichen für Tiere ist jedoch erst ab Stufe drei vorgesehen. 

Bei der Märkischen Geflügelhof-Spezialitäten GmbH in Niederlehme sind derzeit circa 700 Mitarbeiter tätig. 

Geflügelnews
Bild: Adobe stock / orestligetka
Quelle: Quelle: rbb 24

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