Tierschützer demonstrierten kürzlich vor dem Vertragsmastbetrieb der Fleischgeflügelintegration Wiesenhof im bayerischen Hebertsfelden gegen die „Intensivhaltung“ von Geflügel und den Einsatz von Qualzucht-Rassen.
Aktivisten der Tierrechtsorganisation Vier Pfoten haben kürzlich mit einem großen Transparent vor einem Wiesenhof-Vertragsmastbetrieb im bayerischen Hebertsfelden gegen die Haltungsbedingungen von Masthähnchen protestiert.
Sie werfen der Geflügelindustrie - und insbesondere dem betreffenden Geflügelzüchter - vor, die Tiere nicht tiergerecht zu halten. Der Fleischkonzern Wiesenhof ignoriert diese Zustände angeblich.
Vorwurf: Wiesenhof stellt sich schöner dar als die Realität
Wiesenhof präsentiere sich nach außen hin als nachhaltig, regional und dem Tierschutz verpflichtet, so die Aktivisten, doch das Unternehmen übernehme keine Verantwortung für die Haltung der Tiere. Vier Pfoten fordert, dass Wiesenhof als Teil der PHW-Gruppe einen Teil seiner beträchtlichen Gewinne als Deutschlands größter Geflügelproduzent für bessere Haltungsbedingungen einsetzt.
„Dieser Vertragsmastbetrieb steht symbolisch dafür, wie Wiesenhof den Verbrauchern eine schöne, heile Welt vorgaukelt, während die harte Realität ganz anders aussieht“, sagt Vanessa Schilke, Kampagnenleiterin bei Vier Pfoten. Sie verweist auf Bild- und Videomaterial aus dem Stall in Hebertsfelden (Haltungsstufe 2). Die Aufnahmen zeigten eng gedrängte Hühner, von denen einige krank, verletzt oder bereits tot seien.
Vier Pfoten: Haltungsbedingungen in Stufe 2 kaum artgerecht
Die Tierschützer kritisieren, dass die Haltungsbedingungen in den Betrieben, die an der Initiative Tierwohl teilnehmen, kaum artgerecht sind. Besonders die Haltungsform Stufe 2, die rund 90 Prozent der Masthühner in Deutschland betrifft, böte nur minimale Beschäftigungsmöglichkeiten und entspreche dennoch den Anforderungen für das Tierwohl-Label.
Ein Hauptproblem ist nach Vier Pfoten die Verwendung von schnell wachsenden Qualzucht-Rassen, die zu erheblichen Gesundheitsproblemen bei den Tieren führen.
Auch aus einem anderen Wiesenhof-Vertragsbetrieb in Bayern, der seine Tiere in Haltungsstufe 3 aufzieht, existiert nach Angaben von Vier Pfoten Bild- und Videomaterial: Es zeige ebenfalls dicht gedrängte Tiere, die teilweise Entzündungen und Verletzungen aufweisen.
Verbraucheraktion: Vier Pfoten fordert bessere Haltungsbedingungen für Geflügel
Als Protest hat Vier Pfoten eine E-Mail-Aktion gestartet, bei der Verbraucher Wiesenhof auffordern können, die Bedingungen für die Hühner zu verbessern. Zu den Forderungen gehören ein Verzicht auf Qualzuchtrassen, Begrenzung der Stallgröße, mehr Platz pro Tier und eine Reduktion des Antibiotikaeinsatzes durch bessere Haltung.

































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