Wie KI das Tierwohl verändern soll: Hochschule Osnabrück stärkt Forschung zur Nutztierhaltung

14 Mai 2026
Deutschland
Inga Tiemann

Die Hochschule Osnabrück investiert weiter in die Forschung zur tiergerechten Nutztierhaltung. Mit Unterstützung der Niedersachsen-Professur bleibt Prof. Dr. Inga Tiemann am Campus Haste. Die Wissenschaftlerin erforscht, wie Sensorik, Tracking und Künstliche Intelligenz das Tierwohl in der Landwirtschaft verbessern können.

Hochschule Osnabrück sichert Professur für digitale Tierwohlforschung

Die Hochschule Osnabrück stärkt ihre Fakultät Agrarwissenschaften und Landschaftsarchitektur sowie den Forschungsschwerpunkt Agrar- und Ernährungssysteme. Die bereits bestehende Professur für „Precision Livestock Farming“ erhält künftig Unterstützung durch die Förderlinie Niedersachsen-Professur.

Mit dem Programm fördern das Niedersächsische Wissenschaftsministerium und die VolkswagenStiftung gezielt Spitzenforscherinnen und Spitzenforscher. Die Förderung soll den Wissenschaftsstandort Niedersachsen stärken und Hochschulen helfen, führende Fachkräfte langfristig zu halten.

Geflügelexpertin Prof. Inga Tiemann bleibt in Niedersachsen

Die Geflügel- und Digitalisierungsexpertin Prof. Dr. Inga Tiemann wechselte im Oktober 2024 an die Hochschule Osnabrück. Ende 2025 erhielt sie einen Ruf an eine andere Universität. Mit der jetzt bewilligten Niedersachsen-Professur setzt die Hochschule ein klares Signal für den Verbleib der Wissenschaftlerin.

Nach Angaben der Fakultät stärkt die Professur besonders die Bereiche Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, Nachhaltigkeit und internationale Zusammenarbeit. Die Hochschule will damit ihre Position in einem wichtigen Zukunftsfeld der Landwirtschaft ausbauen.

KI und Sensorik sollen Tierwohl präziser messbar machen

Im Mittelpunkt von Tiemanns Forschung steht das einzelne Tier. Mithilfe von Sensorik, Tracking-Systemen und Künstlicher Intelligenz untersucht sie das Tierwohl deutlich genauer als bisher. Statt nur ganze Tierbestände zu bewerten, analysiert sie individuelle Daten einzelner Tiere.

Eine wichtige Rolle spielt dabei der Lehr- und Forschungsbetrieb Waldhof. Dort testet die Hochschule neue Verfahren unter Praxisbedingungen. Besonders die Geflügelwissenschaft profitiert von der Verbindung aus moderner Technik und landwirtschaftlicher Anwendung.

Die Forschung reicht von digitalen Tierwohlindikatoren über alternative Genetiken bis hin zu Fragen der Biodiversität und gesellschaftlichen Akzeptanz. Auch auf europäischer Ebene ist Tiemann aktiv. Sie arbeitete bereits an wissenschaftlichen Stellungnahmen der Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit mit.

Mehr als drei Millionen Euro für Forschungsprojekte

Prof. Dr. Inga Tiemann hat bislang mehr als 3,1 Millionen Euro an Drittmitteln eingeworben. Hinzu kommen zahlreiche Verbundprojekte und wissenschaftliche Veröffentlichungen. Die Hochschule Osnabrück sieht darin einen wichtigen Beitrag für Forschung, Wissenstransfer und Innovationen in der Nutztierhaltung.

Forschung und Praxis enger verzahnen

Neben der Forschung soll die Professur auch die Ausbildung zukünftiger Fachkräfte stärken. Niedersachsen gilt als bedeutender Agrarstandort und benötigt qualifizierte Absolventinnen und Absolventen für Landwirtschaft, Tierhaltung und Digitalisierung.

Studierende profitieren vor allem von der engen Verbindung zwischen Geflügelwissenschaft, Technik und praktischer Ausbildung am Waldhof. Die Hochschule setzt dabei auf interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Tierwissenschaften, Informatik und Ingenieurwesen.

Geflügelnews

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