Teure Fehlinvestition: Dänischer Geflügelkonzern verliert 10 Millionen Kronen mit neuer Hähnchenlinie

17 Juli 2026
Markt Geflügelfleisch
langsam wachsende Hähnchen

Der dänische Geflügelkonzern Rokkedahl hat sich mit einer neuen Hähnchenlinie verkalkuliert. Das Projekt belastete das Jahresergebnis mit rund 10 Millionen Dänischen Kronen und führte zu einem Vorsteuerverlust. Für 2026 erwartet das Familienunternehmen jedoch wieder schwarze Zahlen und treibt den Ausbau seines Schlachthofs voran.

Neue Hähnchenlinie bringt Rokkedahl in die Verlustzone

Für den dänischen Geflügelkonzern Rokkedahl verlief das Geschäftsjahr 2025 anders als geplant. Statt eines erwarteten Vorsteuergewinns von acht bis zehn Millionen Dänischen Kronen (DKK) weist das Unternehmen einen Verlust von 4,5 Millionen DKK aus. Die Muttergesellschaft schloss das Jahr mit einem Minus von 3,3 Millionen DKK ab.

Hauptursache war ein neues Produktionskonzept. Mitte 2025 nahm Rokkedahl die Aufzucht und Schlachtung einer neuen Hähnchenlinie auf. Das Vorhaben erwies sich jedoch als deutlich teurer als kalkuliert und erreichte nicht die angestrebte Wirtschaftlichkeit. Nach Angaben des Unternehmens belastete das Projekt das Jahresergebnis mit rund 10 Millionen DKK.

Produktion wieder auf Normalniveau

Nach dem enttäuschenden Verlauf reagierte Rokkedahl schnell und stellte die Produktion wieder um. Geschäftsführer Mark Rokkedahl bewertet das Projekt als Rückschlag, betont jedoch, dass neue Geschäftsfelder immer mit Risiken verbunden seien. Das Unternehmen wolle auch künftig neue Marktchancen prüfen, habe in diesem Fall aber frühzeitig gegengesteuert.

Bio und Tierwohl bleiben Wachstumstreiber

Trotz des Verlusts hält Rokkedahl an seiner Strategie fest. Das Unternehmen sieht vor allem im Markt für Bio-Hähnchen und Produkte mit höheren Tierwohlstandards weiteres Wachstum.

Nach Einschätzung der Geschäftsführung wächst sowohl im Inland als auch auf den Exportmärkten die Nachfrage nach Geflügel aus tiergerechter Haltung. Rokkedahl hat in den vergangenen Jahren gezielt in die Aufzucht und Schlachtung von Tierwohl-Hähnchen investiert und will diesen Bereich weiter ausbauen.

Der familiengeführte Konzern produziert ökologische und konventionelle Masthähnchen, betreibt einen Geflügelschlachthof, bewirtschaftet landwirtschaftliche Flächen und liefert Wärmetauscher für landwirtschaftliche Betriebe. Die Familie Rokkedahl züchtet seit 1963 Geflügel. Heute führt die dritte Generation das Unternehmen.

Schlachthof wird erweitert

Ab dem Spätsommer 2026 plant Rokkedahl den Ausbau seines Schlachthofs. Die Investition soll die Verarbeitung effizienter machen und die Wertschöpfung erhöhen. Künftig will das Unternehmen einen größeren Teil des Tieres vermarkten, Nebenprodukte besser nutzen und sein Produktsortiment erweitern. Von den bereits eingeleiteten Maßnahmen erwartet die Unternehmensleitung eine stabilere Ertragslage. 

Geflügelnews
Bild: Cordula Möbius
Quelle: Effektivt Landbrug

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