Stallpflicht: Kein Problem in der Direktvermarktung

25 Februar 2026
Biosicherheit
stallpflicht

In Deutschland gab es im vergangenen Winter in vielen Landkreisen Aufstallpflicht für Geflügel. Noch längst sind sie nicht überall aufgehoben. Was sagen die Kunden von Direktvermarktern, wenn die Eier nicht von freilaufenden Hühnern stammen? Wir haben zwei Legehennenhalter im Landkreis Diepholz gefragt. Hier ist die Aufstallpflicht zuende.

Bei Jan Hacke in Asendorf-Graue im niedersächsischen Landkreis Diepholz verlief das Aufstallen gut. „Wir haben einen Tunnel vor die Mobilställe gebaut, damit die Hühner auch an die frische Luft kommen konnten“, berichtet der Landwirt. Für die Tiere war es dennoch eine Umstellung: Statt einer Auslauffläche von sonst 10.000 bis 15.000 Quadratmetern war der Bewegungsradius nun etwas eingeschränkt. 

Käufer waren gut informiert über Geflügelpest

Die Legehennen meisterten diese Zeit: Denn Jan Hacke versorgte sie in den Mobilställen mit Heusäcken und Karotten als zusätzliches Beschäftigungsmaterial. Positiv beurteilt der Landwirt, dass viele Verbraucher durch die flächendeckende Berichterstattung rund um die Geflügelpest gut informiert waren und Verständnis zeigten. „Von den Käufern kamen gar keine Rückmeldungen“, hat Jan Hacke festgestellt. Arbeitserleichternd wirkte auch, dass er die Packungen – anders als bei vorangegangenen Geflügelpest-Geschehen – diesmal nicht mehr umlabeln musste.

In seinen vier Mobilställen und dem Stall direkt auf dem Hof in Asendorf-Graue leben insgesamt 11.000 Legehennen. Da er im November noch Junghennen bekommen hatte, passte das Alter der Tiere insgesamt: „Wir müssen ja immer Legehennen unterschiedlichen Alters haben, um Eier in den Größen S, M, L und XL liefern zu können.“ Jan Hackes persönliche Bilanz der Geflügelpest-Welle vom Winter 2025/26 fällt bisher positiv aus: „Wir hatten Glück im Unglück und waren kaum davon beeinträchtigt.“ 

„Unsere Tiere hatten gar keine Probleme damit“, berichtet auch Friederike Kastens aus Stuhr bei Bremen. Um die Hühner zusätzlich zu beschäftigten, hat sie Kürbisse als Beschäftigungsmaterial in den Mobilstall gelegt. „So hatten sie immer etwas zu tun.“ 

Stallpflicht verzögerte Schlachtung der Althennen

Grundsätzlich fühlen sich die Hennen bei Familie Kastens im Stall so wohl, dass sie auch im Normalfall nicht alle vor die Stalltür gehen. „Von derzeit 270 Hühnern gehen meistens nur 100 raus.“ Einziges Manko war im Winter, dass die Legehennen eigentlich schon geschlachtet werden sollten, als die Aufstallungspflicht kam. Dann mussten die Tiere drei Monate länger als geplant im Stall bleiben.“ 

Bei Direktvermarktung kann man erklären

„Das Kaufverhalten der Kunden ist nicht anders geworden“, hat Friederike Kastens beobachtet. Man müsse nur stets Aufklärungsarbeit leisten und den Kunden erklären, dass es den Tieren gut gehe. „Das zeigen die Hennen allein schon dadurch, dass ihre Legeleistung gleich bleibt“, sagt die junge Betriebsinhaberin. 

Wichtig sei ihr, dass die Hühner immer scharren können, die Füße warm und trocken sind und der Zugang zu Wasser und Futter gut ist. „Ich versuche immer, den Kunden zu erklären, was die Henne eigentlich braucht“, erläutert Friederike Kastens. Sie ist mit dieser Vorgehensweise bislang immer gut gefahren.

Regine Suling-Williges

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