Der Rekordpreis für Masthähnchen in Deinze ist das Ergebnis einer starken Nachfrage bei gleichzeitigem europaweiten Bruteier-Mangel.
Masthähnchen in Deinze: Preis auf Rekordhoch gestiegen
Die Masthähnchen-Notierung im belgischen Deinze hat mit 1,37 Euro pro Kilogramm Lebendgewicht einen neuen Höchststand erreicht. Dies berichtet die flämische Interessenvertretung Landsbond Pluimvee. Der Anstieg um einen Cent gegenüber der bisherigen Rekordmarke von 1,36 Euro ist vor allem auf eine außergewöhnlich hohe Nachfrage bei gleichzeitig knapper Versorgung zurückzuführen. Eine zentrale Ursache: ein europaweiter Mangel an Bruteiern, der die Produktion bremst.
Schlachthöfe kontra Erzeuger: Wer setzt sich durch?
Bereits am 19. März 2025 wurde mit 1,36 Euro/kg ein Allzeithoch verzeichnet. Dieser Wert hielt sich sieben Wochen konstant – bis zum 14. Mai, als die Erzeuger einen Preisanstieg durchsetzten. Die Schlachthöfe schlugen zunächst eine gleichbleibende Notierung vor, doch die Erzeuger reagierten mit einem symbolischen Vorschlag: „+3“, also ein Plus von 3 Cent, und signalisierten damit ihre Unzufriedenheit mit der bisherigen Lage. Die Preiserhöhung wurde schließlich mit einem Plus von 1 Cent beschlossen.
Die letzten Wochen waren geprägt von Anzeichen für einen möglichen Preisanstieg, der jedoch durch verkürzte Schlachtwochen verzögert wurde.
In der aktuellen Woche entfiel dieses Hindernis. Die Schlachthöfe versuchten dennoch, den Anstieg zu bremsen, doch die Produzenten setzten sich durch.
Laut Landsbond Pluimvee verwiesen die Erzeuger dabei auch auf andere Märkte mit steigenden Notierungen. Die Schlachthöfe hingegen argumentierten, sie müssten erst noch frühere Verluste ausgleichen.
Trotzdem herrscht Einigkeit: Die Nachfrage nach Geflügelfleisch ist aktuell enorm. Während früher ein Teil des Bedarfs durch Importe – etwa aus Polen – gedeckt wurde, ist dieser Effekt aktuell deutlich geringer. Die polnischen Preise liegen sogar über dem flämischen Niveau. Die Konkurrenz durch ausländisches Geflügel ist daher kaum noch spürbar.
Engpässe bei bestimmten Produkten
Gleichzeitig stößt der Markt an Kapazitätsgrenzen – insbesondere in verkürzten Arbeitswochen. Das führt zu Versorgungsengpässen bei bestimmten Produkten, etwa bei kleinen Grillhähnchen. Hier fehlt laut Schlachthöfen die richtige Gewichtsklasse, da viele Tiere zu schwer sind und deshalb nicht geeignet.
Bruteier-Knappheit verschärft Lage
Besonders ernst ist die Lage bei Bruteiern – der Basis der Geflügelproduktion. Hier herrscht laut einem Ausschussmitglied große Besorgnis: „In meiner gesamten beruflichen Laufbahn habe ich noch nie erlebt, dass die Grundlage einer ganzen Kette in Frage gestellt wurde.“ Inzwischen werden Bruteier teurer gehandelt als Eintagsküken – ein deutliches Signal für ein globales Versorgungsproblem.
Polnische Geflügelimporte fallen aus – regionale Ware gefragt
Einer der Hauptgründe für diesen Mangel ist die Geflügelpest. In Polen wurden aufgrund von Ausbrüchen der hochpathogenen Variante mehr als 3 Millionen Elterntiere gekeult. Diese Lücke lässt sich nicht kurzfristig schließen, da der Wiederaufbau einer Elterntierherde Monate dauert. Der Rückgang bei den Bruteiern dürfte die Angebotslage also langfristig beeinflussen.

































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