Die Fütterung ist ein Kernpunkt jeder Geflügelhaltung. Neben der Zusammensetzung des Futters spielen Fütterungsrhythmus, Futterstruktur und die gewählte Strategie eine große Rolle für Gesundheit und Legeleistung. Nachfolgend finden Sie praxisnahe Empfehlungen für das Futtermanagement im Mobilstall.
Futtermanagement in der Eingewöhnungsphase
Die ersten Wochen nach dem Einstallen legen den Grundstein für eine erfolgreiche Legeperiode. Stellen Sie sofort frisches Futter und sauberes Wasser bereit und hängen Sie Tröge anfangs niedrig auf, damit Junghennen das Futter schnell finden. Vermeiden Sie in dieser Zeit einen abrupten Wechsel der Futterart oder -struktur. Ideal ist weiterhin Junghennenfutter ohne Kokzidiostatikum, da der Einsatz von Kokzidiostatika nur bis zur 16. Lebenswoche zulässig ist. Stimmen Sie die Futterstruktur auf das bisher gefütterte Aufzuchtfutter ab (häufig Mehlform), um zusätzliche Umstellungsstress zu vermeiden.
Zeitpunkt und Rhythmus der Fütterung
In Mobilställen verbringen Hennen oft deutlich mehr Zeit im Auslauf als in konventionellen Systemen. Deshalb ist es wichtig, dass sie den Großteil ihrer Tagesration bereits vor dem ersten Freigang aufnehmen. In der Zeit zwischen der ersten Fütterung bis nach der Eiablage sollten so bereits etwa 60–70 % der Tagesmenge verfüttert werden. Bei automatisierten Systemen sollte die Futterkette mit dem Morgengrauen starten, sodass zu Tagesanbruch volle Tröge bereitstehen. Bei Rundtrögen kann eine Befüllung am Abend dafür sorgen, dass morgens sofort gefressen wird.
Eine zweite Gabe empfiehlt sich etwa drei Stunden später, spätestens jedoch eine Stunde vor dem Öffnen der Klappen. Eine zusätzliche Fütterung nach der ersten Fütterung (Blockfütterung) kann helfen, auch bei rangniedrigeren Tieren eine ausreichende Versorgung zu sichern. Vermeiden Sie Fütterungen, die Hennen während der Eiablage aus dem Nest locken, da dies zu verlegten Eiern führen kann.
Fütterungsstrategien nach Altersgruppen
Fütterungspläne sollten Alter und Leistungsstand der Tiere berücksichtigen.
1.Junghennen (bis 18.–19. Woche): Ziel ist der Aufbau einer stabilen Konstitution. Verwenden Sie Junghennenfutter ohne Kokzidiostatikum und behalten Sie die Gewichtsentwicklung im Blick. Ein zu früher Legestart durch zu energiereiches Futter beeinträchtigt das Wachstum und langfristig die Legeleistung.
2.Übergangsphase zur Legehennenfütterung (um 20. Lebenswoche): Beginnen Sie mit einer schrittweisen Umstellung, indem Sie das Junghennenfutter 1:1 mit dem Legehennenfutter mischen. So gewöhnen sich die Hennen an den höheren Calciumgehalt; ein zu schneller Umstieg kann die Futteraufnahme reduzieren und den Legebeginn verzögern. Eine Anfangsmenge von rund 500 g pro Tier der Mischung ist meist ausreichend, bevor vollständig auf Legehennenfutter umgestellt wird.
Kontrollieren Sie regelmäßig, dass Tröge vollständig leergefressen werden, um selektives Fressen zu vermeiden und die Aufnahme aller Feinanteile sicherzustellen. Im letzten Drittel der Legeperiode ist die zusätzliche Gabe von grobem Kalk oder Muschelschalen sinnvoll, da die Calciumverwertung mit dem Alter abnimmt und so die Schalenqualität stabilisiert werden kann.
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