Mein mobiler Hühnerstall — Teil 1: Die richtigen Fragen zur Vorbereitung

25 November 2025
Mobilstall
Wissenspartner legehenne deuka

Landwirtschaftliche Betriebe erweitern ihr Angebot regelmäßig durch eigene Eier, und auch in privaten Gärten sind Legehennen immer häufiger zu sehen. Wer den Kauf eines mobilen Hühnerstalls erwägt, der sollte sich vorab einige zentrale Fragen stellen. Der nachfolgende Beitrag bietet Orientierung und hilft dabei, den Einstieg in die Mobilstallhaltung planvoll zu gestalten.

Wirtschaftlichkeit

Die Wirtschaftlichkeit ist auch in der Mobilen Hühnerhaltung das A und O. Bevor Sie daher investieren, rechnen Sie Kosten und mögliche Erlöse konkret durch, die vor allem aus Eierverkauf und gelegentlicher Vermarktung von Schlachthennen entstehen. Das Ziel muss sein, dass sich der Stall nach einer Anlaufphase selbst trägt.

Erst mit einer grundlegenden Wirtschaftlichkeitsprüfung sollten Sie in die detaillierte Betriebsplanung gehen. Eine Option ist die Direktvermarktung: Viele Betreiberinnen und Betreiber verkaufen direkt ab Hof (z. B. über Eierautomaten) oder auf Wochenmärkten. In jedem Fall sollten Sie saisonale Schwankungen berücksichtigen: Hohe Nachfrage zu Feiertagen steht oft ruhigeren Monaten (Sommer) gegenüber. Planen Sie daher Nachfragetiefs ein und vergleichen Sie regelmäßig die Eierpreise des Wettbewerbs.

Welches Stallkonzept passt zu meinem Vorhaben?

Es gibt verschiedene mobile Haltungssysteme auf dem Markt. Die Wahl des richtigen Systems richtet sich nach den konkreten Anforderungen und Wünschen. Folgende Punkte helfen dabei, dass für Ihre Ansprüche passende System zu finden:

Herdengröße: Die Größe Ihrer Herde bestimmt die Abmessungen des Stalls.

Futter- und Wasserversorgung: Ställe, die häufig umgesetzt werden oder weit vom Hof entfernt stehen, profitieren von eingebauten Wassertanks und Futtersilos. Alternativ kann Futter als Sackware genutzt werden.

Stromversorgung: Autarke Lösungen mit Solaranlagen erhöhen die Mobilität des Stalls. Demgegenüber erlaubt Netzstrom eine umfangreichere technische Ausstattung.

Technische Ausstattung: Optionen reichen von einfachen manuellen Einrichtungen bis zu Eier- oder Kotförderbändern sowie automatischer Fütterung.

Die Gretchenfrage: Teilmobile oder vollmobile Ställe?

Mobile Ställe sind sehr flexibel und schonen die Weide durch häufige Verlagerung; sie eignen sich für kleine bis mittlere Bestände und autarke Ausstattung wie Solar oder Wassertank. Nachteile sind höhere Anschaffungs- und Transportkosten sowie organisatorischer Aufwand; bei schlechter Handhabung kann häufiges Versetzen Stress für die Tiere bedeuten.

Teilmobile Ställe sind robuster und oft günstiger, bieten mehr Platz für größere Herden und brauchen selteneres Versetzen. Nachteile: eingeschränkte Mobilität, stärkere Belastung der Vegetation bei längerem Stand und möglicher Mehraufwand bei Bodenpflege.

Eigenbau als Alternative?

Selbstgebaute Mobilställe erlauben individuelle Anpassung und oft geringere Kosten, sind aber zeit- und arbeitsintensiv; sie erfordern handwerkliches Können, technisches Wissen
zur Stallhygiene und Wärmedämmung sowie die Beachtung gesetzlicher Vorgaben wie der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung.

Zwischen Hühnern und Himmel: Alltag auf dem Mobilstall-Betrieb, wo Tierwohl und Weidepflege zusammenkommen

Fütterung: Was ist das richtige Futter?

Abhängig von der Herdenstärke können Sie zwischen Sackware (üblich 25-kg-Säcke) und losem Futter (meist ab Liefermengen von rund 3 Tonnen) wählen. Qualitätsunterschiede sind in der Regel gering; entscheidend sind die praktische Handhabung und die Futterhygiene, denn sie beeinflussen Lagerung, Ausschuss und Tiergesundheit.

Bei der Zusammensetzung sollte das Futter die passende Energiemenge und alle erforderlichen Nährstoffe liefern. Betriebsziele wie höhere Legeleistung oder festere Eierschalen wirken sich direkt auf die Rationswahl aus, sodass eine pauschale Empfehlung nicht möglich ist.

Suchen Sie frühzeitig Beratung beim regionalen Landhandel oder durch den Außendienst eines Futtermittelherstellers, um das für Ihre Anforderungen optimale Produkt und die richtige Lieferform zu finden.

Lagerung des Futters

Kaufen Sie nur so viel Futter, wie Ihre Herde in etwa drei Monaten verbraucht. Rechnen Sie einen Bedarf von rund 120 g je Hennen und Tag ein. Lagern Sie das Futter trocken und geschützt Sie es vor direkter Sonneneinstrahlung. Damit sich keine unerwünschten Mitesser einschleichen, treffen Sie robuste Schädlingsschutz-Maßnahmen, gegen Mäuse, Ratten, Vögel.

Rechtliche Rahmenbedingungen und Genehmigungen

Für den Erwerb des mobilen Geflügelstalls ist in der Regel eine Genehmigung erforderlich. Die genauen Anforderungen variieren von Region zu Region. Relevante Aspekte sind zumeist Stallgröße, Anzahl der Tiere und die geplante Standdauer. Kontaktieren Sie deshalb frühzeitig das zuständige Bau- oder Ordnungsamt in Ihrer Region, um notwendige Informationen einzuholen.

Auch sollten Sie sich vorab einige zentrale Regelwerke ansehen. Hierzu zählen zum Beispiel:

VDI-Richtlinien: Bewertung technischer Anlagen und Emissionsaspekte.

KTBL-Arbeitspapiere: Praxisgerechte Empfehlungen zur Geflügelhaltung und Stallgestaltung.

GIRL: Richtlinie zur Beurteilung von Geruchsbelastungen.

TA Luft: Verwaltungsvorschrift zur Reinhaltung der Luft mit Vorgaben zu Emissionen.

Weitere Informationen Mehr zur mobilen Geflügelhaltung und Fütterung erfahren Sie im Geflügel-Bereich auf deuka.de.

 

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Bild: deuka

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Über Deutsche Tiernahrung Cremer

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Über 750 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus 22 Nationen engagieren sich erfolgreich an den 15 Standorten in Deutschland. Gemeinsam produzieren wir circa 2,3 Millionen Tonnen Futter (2024). Unsere Werke gehören zu den modernsten und größten Mischfutterwerken in der Bundesrepublik.

Durch unser breites Vertriebsnetz mit einer engen Kundenbetreuung und durch die Verwendung vorwiegend regionaler Rohstoffe sind wir ein starker Partner der heimischen Landwirtschaft.

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