KAT stellt die Weichen neu: Mehr Einfluss für den Handel, mehr Sichtbarkeit für das System

18 Juni 2026
Deutschland
KATMitgliederversammung

Der Verein für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen (KAT) richtet sich strategisch neu aus. Auf der Mitgliederversammlung in Bramsche standen die Weiterentwicklung des Systems, Veränderungen im Vorstand, neue Kommunikationswege und aktuelle Marktentwicklungen im Mittelpunkt.

KAT will sichtbarer werden

Der KAT-Vorsitzende Christoph Hönig zog eine positive Bilanz des vergangenen Jahres. Nach dem Ausscheiden des langjährigen Geschäftsführers Dietmar Tepe habe sich die Organisation neu aufgestellt und mit Sibylle Schaper und Frank Hartmann wichtige Positionen erfolgreich besetzt.

Ein Schwerpunkt der Arbeit habe auf der Einbindung der jungen Generation gelegen. Es sei ihm sehr wichtig, „dass wir die jungen Menschen früh an den KAT heranführen", so Christoph Hönig. Nach einem ersten Workshop im vergangenen Jahr könne er sagen: die Eierbranche ist für die Zukunft gut aufgestellt. Die Teilnehmer eines Nachwuchs-Workshops hätten deutlich gemacht, dass KAT als System stärker wahrgenommen und besser verstanden werden müsse. Derzeit arbeitet KAT an einem neuen Kommunikationskonzept. Ziel ist es, die Leistungen des Systems sichtbarer zu machen. 

Des Weiteren will man bei KAT den Kontakt zu den Landwirten intensivieren. Dazu setzt der Verein unter anderem auf digitale Formate wie Livestreams.

Ein weiteres Anliegen des Vorsitzenden ist die Sicherheit der Betriebe. KAT will die Geflügelhalter dafür sensibilisieren, Stallanlagen besser gegen unbefugtes Betreten zu sichern.

Mehr als 2.000 Legehennenbetriebe im KAT-System

Geschäftsführer Frank Hartmann stellte die aktuellen Kennzahlen vor. Zum KAT-System gehören derzeit:

  • 2.053 Legehennenbetriebe
  • 512 Packstellen
  • 492 Aufzuchtbetriebe
  • 168 Eiproduktenwerke und Lebensmittelunternehmen
  • 160 Futtermittelwerke
  • 29 Brütereien
  • 19 Färbebetriebe

Damit deckt KAT einen großen Teil der deutschen Eierwirtschaft ab.

KAT-Geschäftsführer Frank Hartmann

Audits bestätigen hohe Standards

Im Jahr 2025 führte KAT insgesamt 3.222 Audits durch. Die Kontrollen bescheinigen den Betrieben ein insgesamt hohes Niveau. Beanstandungen betrafen überwiegend Dokumentationspflichten oder formale Anforderungen. Schwere Verstöße blieben die Ausnahme.

Lebensmitteleinzelhandel erhält mehr Einfluss im Vorstand

Die KAT-Mitglieder beschlossen auf ihrer Versammlung eine Satzungsänderung, die dem Lebensmitteleinzelhandel künftig einen vierten Sitz im Vorstand sichert.

Nach Eintragung ins Vereinsregister soll die Änderung ab der Mitgliederversammlung 2027 wirksam werden. Gleichzeitig besetzte die Versammlung mehrere Vorstands- und Stellvertreterposten neu.

Mit großem Dank für ihr Engagement wurden die ausgeschiedenen Mitglieder des KAT-Vorstandes Claudia Kinitz, Tobias Ferling, Stefan Rauschen, Dr. Uwe Bornholdt sowie Dietmar Tepe, KAT-Geschäftsführer von 2016 bis 2025, verabschiedet. 

Nachgewählt wurden Anna Spiess (Kaufland), Dr. Esther Müller (Deutscher Tierschutzbund) und Andre Stevens (Agravis). Als Stellvertreter wurden Dr. Eva-Maria Dörr (Aldi Nord), Thomas Schröder (Deutscher Tierschutzbund), Dr. Henrike Glawatz (FutterAllianz Nordwest) und Ron Jöerissen (Lohmann Deutschland bestimmt.

Für den ehemaligen KAT-Geschäftsführer Dietmar Tepe gab es einen dicken Blumenstrauß als Dankeschön.

Digitale Tierwohlbonitierung startet

Seit Anfang 2026 nutzen KAT-Betriebe eine App zur Tierwohlbonitierung. Mit ihr erfassen die Betriebe tierbezogene Merkmale digital und dokumentieren die gesetzlich vorgeschriebenen Tierschutzindikatoren.

KAT sieht darin einen wichtigen Schritt, um Tierwohl transparent und nachvollziehbar zu dokumentieren.

KAT sieht sich bei neuen EU-Regeln gut aufgestellt

Mit der EmpCo-Richtlinie verschärft die Europäische Union ab Herbst 2026 die Anforderungen an Nachhaltigkeitsaussagen und Siegel.

KAT bewertet das eigene Zeichen als Nachhaltigkeitssiegel und sieht die Voraussetzungen erfüllt. Der Verein verweist auf transparente Standards, unabhängige Kontrollen sowie die lückenlose Rückverfolgbarkeit der Lieferkette bis zur Brüterei.

Auch die Kennzeichnung „Ohne Kükentöten“ soll weiterhin zulässig bleiben.

Christoph Hönig stellte die Kommunikationsstrategie des Verbandes vor.

Kommunikationsstrategie soll KAT bekannter machen

Vorgestellt wurden auf der Veranstaltung die Ergebnisse einer nicht repräsentativen Befragung zur Wahrnehmung des KAT-Systems. Dazu hatte man Vertreter von NGOs, Lebensmittelverarbeitern, Medien und dem Handel befragt. Fazit der Umfrage: Der Eiercode ist vielen bekannt, der Name KAT und die Leistungen des Systems werden außerhalb der Branche jedoch nur unzureichend verstanden.

Es wurde deutlich, dass KAT über starke inhaltliche Stärken verfügt: lückenlose Rückverfolgbarkeit, einheitliche Standards und unabhängige Kontrollen. Diese Vorteile werden jedoch kommunikativ zu wenig sichtbar gemacht. Deshalb muss KAT seine Botschaften einfacher und verständlicher vermitteln und stärker in die Öffentlichkeit tragen.

Dazu arbeitet man derzeit an einer Kommunikationsstrategie, die der KAT-Vorsitzende Christoph Hönig vorstellte. KAT will künftig verschiedene Zielgruppen gezielt ansprechen – Legehennenhalter, Packstellen, Handel und Verbraucher – und dabei den Nutzen für jede Gruppe klar herausstellen. Im Mittelpunkt stehen die Begriffe kontrolliert, anerkannt und transparent sowie das Markenversprechen „KAT – sicher und transparent“.

Geplant sind eine moderne Internetseite, mehr Sichtbarkeit der KAT-Betriebe, eine stärkere Präsenz in Fachmedien und ein schrittweiser Ausbau der Kommunikation. Auf teure Fernsehwerbung will man bewusst verzichten.

Text:
Cordula Moebius

Cordula Moebius

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Bild: Dieter Theyssen
Quelle: KAT

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