Eine aktuelle Modellrechnung im Auftrag der EU-Kommission belegt: Eine Obergrenze für die Tierbesatzdichte in der EU würde vor allem Geflügel- und Schweinehalter zu Bestandsreduktionen zwingen. Gleichzeitig könnte sich die wirtschaftliche Lage vieler Betriebe verbessern.
Reduzierung der Tierbestände – besonders bei Geflügel und Schweinen
Eine von der EU-Kommission in Auftrag gegebene Modellrechnung zeigt: Eine Obergrenze für die Tierbesatzdichte in der EU würde die Tierhaltung insgesamt reduzieren und die Landwirtschaft extensiver gestalten. Dabei würden vor allem Geflügel- und Schweinehalter ihre Bestände senken müssen, während Rinderhalter weniger betroffen wären.
Untersucht wurden Obergrenzen von 2 bzw. 1,4 Vieheinheiten pro Hektar. Zum Vergleich: In Regionen wie Weser-Ems lag der Wert 2018 bei 3,22 Vieheinheiten. Die stärksten Rückgänge erwarten die Forscher im Geflügelsektor. Grund dafür ist die hohe Besatzdichte und geringere Gewinnmarge im Vergleich zur Rindfleisch- und Milchproduktion.
Veränderungen im Pflanzenbau: Mehr Leguminosen, weniger Dünger
Auch die Pflanzenproduktion wäre betroffen: Weniger Futtermittelanbau würde durch eine Ausweitung von Leguminosen ersetzt. Gleichzeitig würde der Einsatz von Stickstoffdünger sinken, während Phosphor- und Kaliumbedarf steigen könnten – wegen eines knapperen Angebots an Wirtschaftsdünger.
Höhere Preise für Fleisch und Eier – pflanzliche Alternativen gewinnen
Die Verbraucher in der EU müssten mit steigenden Preisen für tierische Produkte rechnen – insbesondere bei Fleisch und Eiern. Tierische Lebensmittel würden teilweise durch pflanzliche ersetzt. Größere Importe, etwa bei Schweinefleisch, seien laut der Analyse aber unwahrscheinlich.
Trotz sinkender Tierbestände würden die Einkommen der Tierhalter voraussichtlich steigen – höhere Erzeugerpreise könnten die geringeren Produktionsmengen überkompensieren. Die Autoren sehen ihre Analyse im Kontext bestehender Umweltvorgaben wie der Wasserrahmen- und Nitratrichtlinie sowie der FFH-Richtlinie als wichtigen Beitrag zur Diskussion.

































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