EU-Kontrolle versagt: Ukrainische Batterie-Eier landen weiter als Bio-Ware im Handel

22 November 2025
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Ukrainische Eier aus Legebatterien gelangen weiterhin als Bio-Eier in den europäischen Markt, meldet der flämische Verband Landsbond Pluimvee. Er kritisiert, dass viele EU-Staaten die neuen Kennzeichnungsregeln nicht anwenden – und damit Schlupflöcher offenlassen.

Ukrainische Eier können weiter als Bio-Ware im Handel landen

Seit dem 8. November 2024 müssen Betriebe jedes Ei direkt im Geflügelstall printen. Früher übernahmen das die Packstelle. Dort mischten sich Eier aus verschiedenen Betrieben, was Verwechslungen oder bewusste Falschetikettierung erleichterte. Ein Jahr nach der Reform zeigt sich für den flämischen Verband Landsbond Pluimvee: Belgien hält sich an die Vorschrift, viele andere Länder nicht.

Der Verband warnt, dass damit weiterhin Betrug möglich bleibt. „In einigen Ländern akzeptieren Packstellen ungestempelte ukrainische Eier, um sie dann als Bio-Eier weiterzugeben“, sagt Martijn Chombaere vom Landesverband für Geflügelzucht. Ohne Stempel direkt aus dem Stall lasse sich das nicht verhindern.

Branche forderte strengere Regeln – Umsetzung bleibt aus

Die strengere Kennzeichnungspflicht entstand aus der Geflügelwirtschaft selbst. Packstellen erhalten täglich Eier aus verschiedenen Systemen, was Fehler oder Manipulationen begünstigt. Zudem kann eine falsche Printung im Krisenfall den falschen Betrieb treffen.

Europa beschloss daher, die Kennzeichnung in die „Produktionseinheit“, also in den Geflügelbetrieb, zu verlegen. Doch eine Umfrage unter Mitgliedstaaten Mitte 2024 zeigt ein ernüchterndes Bild: Nur Belgien, Deutschland, die Niederlande und Italien wenden die Kennzeichnungspflicht an. Frankreich plant dies unter Vorbehalt.

Andere Länder – darunter Dänemark, Finnland, Ungarn, Irland, Spanien und Schweden – printen weiter in den Packstellen. Möglich macht das eine EU-Bestimmung, die Ausnahmen „auf Grundlage objektiver Kriterien“ erlaubt. Was als objektiv gilt, bleibt unklar. „Wir können nur spekulieren, welche Kriterien das sein sollen“, sagt Chombaere.

Europa fehlt der Überblick über die Einhaltung

Brisant ist: EU-Staaten müssen ihre Ausnahmen nicht melden. Brüssel weiß daher nicht, wer die Kennzeichnungspflicht anwendet und wer nicht. „Sie haben eine Hintertür geschlossen und eine neue geöffnet“, sagt Chombaere. Dass damit innerhalb der EU ungleiche Wettbewerbsbedingungen entstehen, hält er für besonders problematisch.

Kommission will nachfragen – Maßnahmen bleiben offen

Nach wiederholten Forderungen plant die EU-Kommission bis Ende des Jahres eine Bestandsaufnahme. Sie will die Mitgliedstaaten befragen, um endlich Klarheit über die Umsetzung zu haben. „Wir warten die Ergebnisse ab, bevor wir weitere Schritte einleiten“, so Chombaere. Europa erkenne die Probleme, reagiere aber noch nicht.

Branche fordert klare Regeln, aber auch praktikable Ausnahmen

Trotz der Forderung nach strengeren Kontrollen wirbt Landsbond Pluimvee für mehr Flexibilität in Belgien. Ein defekter Printer solle eine kurzfristige Ausnahme ermöglichen. In den Niederlanden sei eine entsprechende Regelung bereits in Arbeit. Der Verband führt Gespräche mit der belgischen Lebensmittelbehörde FASNK, um eine ähnliche Lösung zu erreichen.

Geflügelnews
Bild: Cordula Möbius
Quelle: Tom Schotman

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