Durchbruch bei Genforschung? US-Wissenschaftler bringen resistente Hühner näher an den Markt

10 Mai 2026
Gesellschaft
DNA Helix

Das Fachportal WattPoultry berichtet über einen bedeutenden Fortschritt in der Genbearbeitung von Geflügel in den USA. Forscher der University of Missouri entwickelten eine Methode, die verhindert, dass Hühnerzellen eingeführte Gene abschalten. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Poultry Science veröffentlicht und könnten den Weg für krankheitsresistente Geflügelbestände ebnen.

US-Forscher überwinden zentrale Hürde der Genbearbeitung

Die genetische Veränderung von Geflügel scheiterte bislang häufig an einem grundlegenden Problem: Zellen erkennen fremde Gene und deaktivieren sie. Dadurch verlieren Tiere neue Eigenschaften oft schon nach wenigen Generationen.

Wie WattPoultry berichtet, hat ein Forschungsteam der University of Missouri nun eine Lösung für dieses Problem entwickelt. Sämtliche Erkenntnisse und Anwendungen, auf die sich die Studie bezieht, stammen aus den USA.

Kiho Lee vom College of Agriculture, Food and Natural Resources der University of Missouri beschreibt die Genstilllegung als eines der größten Hindernisse in der modernen Geflügelgenetik.

Neue Methode hält fremde Gene dauerhaft aktiv

Die Wissenschaftler platzierten das gewünschte Gen direkt neben einem lebenswichtigen Gen im Erbgut des Huhns. Weil die Zelle dieses essenzielle Gen nicht abschalten kann, bleibt auch das benachbarte eingefügte Gen aktiv.

Um die Methode zu testen, setzte das Team einen Genmarker ein, der unter speziellem Licht grün leuchtet. Selbst nach mehreren Zellteilungen blieb das Signal erhalten. Für die Forscher ist das ein deutlicher Hinweis darauf, dass die Genstilllegung verhindert wurde.

Hoffnung auf resistente Geflügelbestände

Die neue Technik könnte künftig Hühner hervorbringen, die widerstandsfähiger gegen Krankheiten wie die hochpathogene aviäre Influenza (HPAI) sind. Gerade in den USA verfolgt die Geflügelbranche solche Entwicklungen aufmerksam, weil Ausbrüche der Vogelgrippe regelmäßig hohe wirtschaftliche Schäden verursachen.

Bislang galt die mangelnde Stabilität genetischer Veränderungen als große Hürde für eine kommerzielle Nutzung.

Forschung könnte auch für die Medizin wichtig werden

Die Ergebnisse, die in Poultry Science veröffentlicht wurden, reichen möglicherweise über die Geflügelzucht hinaus. Denkbar sind genetisch veränderte Hühner, die medizinisch nutzbare Proteine in Eiern produzieren.

Solche Proteine könnten künftig bei klinischen Anwendungen in der Humanmedizin eingesetzt werden.

Forscher arbeiten bereits am nächsten Schritt

Nach der erfolgreichen Validierung des Verfahrens arbeitet das Team inzwischen daran, Gene gezielt in Geschlechtschromosomen einzubauen. Dadurch könnten bestimmte Eigenschaften nur bei männlichen oder weiblichen Tieren aktiviert werden.

Für die Produktion von Legehennen und Broilern würde das erhebliche wirtschaftliche Vorteile bringen.

Geneditierte Hühner könnten in den USA bald marktreif sein

Kiho Lee geht davon aus, dass geneditierte Hühner künftig auf den Markt kommen werden. Er verweist darauf, dass geneditierte Tiere anderer Arten in den USA bereits für den menschlichen Verzehr zugelassen wurden.

Ob sich die Technologie langfristig durchsetzt, hängt nach Einschätzung der Forscher vor allem von der Akzeptanz der Verbraucher ab.

Geflügelnews
Bild: Adobe_Stock_ vegefox.com
Quelle: www.wattagnet.com

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