China und Russland treiben den Aufbau eigener Geflügelgenetik voran. Neue Abkommen zwischen Forschungsinstituten und Zuchtunternehmen sollen Wissen bündeln, Masthähnchenlinien verbessern und die Abhängigkeit von importiertem Zuchtmaterial senken.
China und Russland vertiefen Kooperation in der Geflügelzucht
China und Russland intensivieren ihre Zusammenarbeit in der Geflügelzucht. Beide Länder haben Vereinbarungen unterzeichnet, die langfristig gemeinsame Projekte und sogar Joint Ventures im Bereich Genetik und Zuchttechnologie ermöglichen könnten.
Im Zentrum steht eine neue wissenschaftliche Plattform, die russische und chinesische Agrarforschungsinstitute gemeinsam mit der Russischen Nationalen Union der Geflügelhalter aufbauen wollen. Nach Angaben des russischen Landwirtschaftsministeriums soll das Netzwerk den Austausch von Know-how stärken und die Forschungskooperation ausweiten. Die internationale Branchenseite Poultry World berichtete darüber am 16. Februar. Konkrete Details zur Umsetzung nannten die Beteiligten bislang nicht.
Gemeinsames Projekt für Masthähnchen geplant
Parallel dazu vereinbarten auch Unternehmen eine engere Zusammenarbeit. Das russische Zuchtunternehmen GenBioTech aus Kasan und das chinesische Beijing Glbizzia Biotechnology unterzeichneten ein eigenes Kooperationsmemorandum.
Beide Firmen wollen ein Kreuzungsprogramm für Masthähnchen entwickeln. Damit wollen sie Zuchtprozesse effizienter gestalten, Krankheiten besser vorbeugen und die produktive Lebensdauer der Tiere verlängern.
Russland und China setzen auf eigene genetische Basis
Russische Medien sehen in den Abkommen eine mögliche Grundlage für konkrete Gemeinschaftsunternehmen in der Geflügelzucht. Beide Länder verfolgen dabei ein klares Ziel: Sie wollen ihre genetische Eigenständigkeit ausbauen und sich unabhängiger von importiertem Zuchtmaterial machen.
Die Vereinbarungen entstanden während eines Besuchs einer Delegation des russischen Landwirtschaftsministeriums in China. Olga Abramova, Beraterin des russischen Landwirtschaftsministers, erklärte, gemeinsame Projekte sollten die wissenschaftliche und technologische Position beider Länder stärken.
China treibt genomikbasierte Zucht voran
China investiert seit Jahren massiv in eigene Zuchtprogramme. Forschungsinstitute und Unternehmen nutzen seit 2021 verstärkt genomikbasierte Selektion. Daraus entstanden neue leistungsstarke Legehennenlinien sowie weißgefiederte Masthähnchenrassen, darunter Shengze 901, Guangming No. 2 und Wode 188.
Inzwischen gewinnt chinesische Genetik in der heimischen Geflügelwirtschaft deutlich an Gewicht. Einige lokal entwickelte Legehennenlinien sollen bereits rund 60 Prozent des chinesischen Eiermarktes bedienen. Auch neue Masthähnchenkreuzungen stoßen zunehmend auf Interesse bei den Produzenten.
Smena-9 soll Russlands Importabhängigkeit senken
In Russland gilt der Masthähnchenstamm Smena-9 als Schlüsselprojekt der Importsubstitutionsstrategie. Russische Wissenschaftler entwickelten die Kreuzung, 2020 registrierten die Behörden sie offiziell für den kommerziellen Einsatz.
Der Anteil von Smena-9 an der russischen Geflügelproduktion soll im vergangenen Jahr bereits bei über fünf Prozent gelegen haben. Die Regierung will den Marktanteil bis zum Ende dieses Jahrzehnts auf rund 20 Prozent steigern.
Allerdings berichten Branchenquellen, dass Smena-9 bei technischen Leistungswerten noch leicht hinter internationalen Zuchtlinien zurückliegt. Viele große Produzenten zeigen sich deshalb zurückhaltend und stellen ihre Produktion bislang nicht vollständig um.




































Reagieren
Geflügelnews lädt Sie ein, auf Artikel zu reagieren und schätzt Reaktionen mit Inhalt. Die Redaktion behält sich das Recht vor, beleidigende oder kommerziell motivierte Reaktionen ohne Angabe von Gründen zu entfernen.