Aufnahme einer Legehenne mit deutlicher Fraktur im mittleren Brustbeinbereich.
Brustbeinveränderungen bei Legehennen sind weit verbreitet, aber durch gezielte Maßnahmen in Haltung, Fütterung und Stallmanagement deutlich reduzierbar.
Aufnahme einer Legehenne mit deutlicher Fraktur im mittleren Brustbeinbereich.
Brustbeinveränderungen bei Legehennen sind weit verbreitet, aber durch gezielte Maßnahmen in Haltung, Fütterung und Stallmanagement deutlich reduzierbar.
Brustbeinveränderungen kommen in jeder Legehennen-Herde vor – unabhängig von der Haltungsform. Laut Tierärztin Julia Marggraff, Doktorandin an der Tierärztlichen Hochschule (TiHo) Hannover, können diese Veränderungen den Hennen Schmerzen bereiten. Es handelt sich um Deformationen (Verformungen des Brustbeinkamms) und Frakturen (Knochenbrüche), die oft gemeinsam auftreten.
In Käfighaltung sind meist nur Deformationen zu beobachten – die Hennen können sich weniger verletzen. In Boden- und Freilandhaltung, aber auch in der Bio-Haltung, sind Frakturen deutlich häufiger. In einer Studie mit Bio-Hennen wiesen 88 % Brustbeinveränderungen auf. Laut Marggraff hängt das mit der höheren Bewegungsfreiheit, aber auch mit der Gestaltung der Stalleinrichtung zusammen.
Hennen zeigen Schmerzen kaum, da sie als Beutetiere Verletzungen verstecken. Die Legeleistung bleibt oft trotz Frakturen stabil, was die Erkennung zusätzlich erschwert. Frakturen im hinteren Brustbeindrittel sind besonders tückisch: Sie entstehen häufig still und lassen sich kaum ertasten.
Vor allem in Volierensystemen sollte auf sichere Aufstiegshilfen geachtet werden: Rampen, Stangen, Kisten oder Brücken zwischen den Ebenen helfen Verletzungen zu vermeiden. Hennen sind keine guten Flieger, sondern klettern lieber mit Flügelschlägen – dafür brauchen sie trittsicheren Untergrund.
Zusätzlich wichtig: Hennen frühzeitig an Menschen gewöhnen, um Panikreaktionen im Stall zu verhindern.
Brustbeinveränderungen lassen sich nicht ganz vermeiden, aber deutlich reduzieren, wenn Haltung, Fütterung und Stallgestaltung stimmen. Laut Marggraff lohnt es sich für jeden Betrieb, an den richtigen Stellschrauben zu drehen – zum Wohl der Tiere und der Bestandsleistung.
Quelle: Vortrag von Julia Marggraff auf dem Bio-Legehennenforum in Ankum.
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