Referenten und Veranstalter des Bio-Legehennenforums in Ankum
Beim Bio-Legehennenforum 2025 wurde deutlich, dass 100 % Bio-Fütterung, neue EU-Regeln und Tiergesundheit zentrale Herausforderungen für Bio-Betriebe bleiben.
Am Mittwoch (18.6.) fand in Ankum das jährliche Bio-Legehennenforum statt, zu dem rund 120 Fachleute aus Praxis, Politik und Wissenschaft zusammenkamen. Im Mittelpunkt standen Themen rund um die 100-prozentige Bio-Fütterung, neue regulatorische Entwicklungen sowie Brustbeinveränderungen bei Legehennen.
100 % Bio-Futter: Zwischen Anspruch und Praxis
Die verpflichtende Umstellung auf 100 % Bio-Futter ab Ende 2026 – für Legehennen faktisch bereits umgesetzt und nur noch für Junggeflügel relevant – stellt viele Betriebe vor Herausforderungen.
Aus physiologischer Sicht ist eine Umstellung grundsätzlich möglich, sagte Prof. Wolfgang Siegert von der Universität Göttingen. Dabei müsse auf eine ausreichende Versorgung mit den wichtigen Aminosäuren sowie Phosphor geachtet werden.
In der Praxis fehle es häufig an verfügbaren Komponenten, gab Annette Alpers von Naturland zu bedenken. Daher bereite der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) aktuell eine Stellungnahme an die EU vor, in der eine Fristverlängerung bis Ende 2030 vorgeschlagen wird. „Wir sind auch für eine 100-prozentige Bio-Fütterung. Aber wir brauchen noch etwas Zeit für die Umstellung“, sagte Annette Alpers.
Personalnot und Automatisierung auf Bio-Betrieben
Johannes Dittrich stellte das Stadtgut Görlitz (Sachsen) vor. Dort wird in möglichst geschlossenen Kreisläufen – von der Futterproduktion bis zum vermarkteten Ei – gewirtschaftet. Der Betrieb mit 835 ha Fläche produziert und mischt sein Futter selbst und vermarktet Eier, Bruderhähne und Verarbeitungsprodukte überwiegend im Naturkostfachhandel in Berlin und Dresden.
Herausforderungen bestehen neben der Absatzsituation für Bruderhähne insbesondere in der Personalgewinnung.
„Wir haben den Anspruch, eine gute Tierbetreuung zu gewährleisten“, sagte Johannes Dittrich. „Aber wir suchen seit einem Dreivierteljahr einen neuen Mitarbeiter. Ich weiß nicht, wo die Zukunft für unseren Betrieb hingeht und ob wir zukünftig einfach mehr auf Automatisierung setzen müssen.“
Neue EU-Vermarktungsnormen für Eier
Dr. Claus Bormuth vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) informierte über die neuen EU-Vorgaben. Dazu zählen unter anderem (u. a.) die verpflichtende Angabe aller Packstellen auf der Verpackung sowie Anpassungen bei der Freilandhaltung. So entfällt die 16-Wochen-Regelung sowie die Schlechtwetterregelung. Aus der Wirtschaft kam Kritik an der Vorgabe, alle Packstellen angeben zu müssen. Als positiv bewertet wird hingegen die neue Möglichkeit der Doppelnutzung (Solaranlagen), die nun auch für konventionelle Betriebe gegeben ist.

































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