Wallonien hält an ausgestalteten Käfigen bis 2036 fest

28 Juli 2026
Belgien
Legehennen in Ausgestalteten Käfigen

Die belgische Region Wallonien will ausgestaltete Käfige in der Legehennenhaltung bis Anfang 2036 zulassen. Die Regionalregierung begründet die Verschiebung mit der Versorgungssicherheit und verweist auf die geltenden EU-Tierwohlstandards. Tierschützer kritisieren die Entscheidung scharf.

Wallonien passt Frist an Flandern an

Die wallonische Regierung will den Ausstieg aus ausgestalteten Käfigen in der Legehennenhaltung um acht Jahre verschieben. Nach dem Willen von Tierschutzminister Adrien Dolimont sollen die Haltungssysteme nicht bereits zum 1. Januar 2028, sondern erst zum 1. Januar 2036 auslaufen. Damit würde Wallonien den gleichen Zeitplan verfolgen wie die belgische Region Flandern, wo ausgestaltete Käfige ebenfalls noch bis Anfang 2036 erlaubt sind.

Minister verweist auf EU-Tierwohlstandards

Dolimont betont, dass ausgestaltete Käfige nicht mit den früheren Legebatterien gleichgesetzt werden dürften. Diese sind in Wallonien bereits seit 2012 entsprechend den europäischen Vorgaben verboten. Die heute eingesetzten Systeme erfüllen die Anforderungen der EU-Richtlinie von 1999. Dazu gehören unter anderem Nester, Sitzstangen und weitere Mindeststandards für das Tierwohl.

Hohe Importe sprechen gegen einen schnelleren Ausstieg

Nach Angaben der wallonischen Regierung deckt die Region weniger als die Hälfte ihres Eierbedarfs aus eigener Produktion. Ein großer Teil der Eier stammt aus Importen, darunter auch aus Ländern außerhalb der Europäischen Union. Dort gelten teilweise niedrigere Tierwohlstandards oder es werden Haltungssysteme genutzt, die in Wallonien seit Jahren nicht mehr erlaubt sind.

Nach Ansicht des Ministers würde ein schnellerer Ausstieg die heimische Eierproduktion zusätzlich schwächen, ohne das Tierwohl insgesamt zu verbessern.

Tierschützer üben scharfe Kritik

Die Tierschutzorganisation Gaia lehnt die Verschiebung entschieden ab. Sie bezeichnet die Entscheidung als ein „skandalöses Geschenk an die Eierindustrie“. Darüber berichtet das flämische Informationszentrum für Land- und Gartenbau.

Geflügelnews
Bild: Luc Maertens
Quelle: Tom Schotman, Sterke Erven Pluimvee

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