Vogelgrippe-Ausbruch in Argentinien: Exporte gestoppt

22 August 2025
Biosicherheit
Flagge Argenitinen

In Argentinien wurde ein neuer Ausbruch der hochpathogenen Vogelgrippe (HPAI) in einer Legehennenfarm bestätigt. Behörden verhängen strenge Biosicherheitsmaßnahmen und setzen Geflügelexporte vorübergehend aus.

Neuer Ausbruch der Vogelgrippe in Buenos Aires gemeldet

Die argentinischen Behörden haben einen neuen Ausbruch der hochpathogenen Vogelgrippe (HPAI) bestätigt. Betroffen ist eine kommerzielle Legehennenfarm in Los Toldos in der Provinz Buenos Aires. Nach dem Auftreten klinischer Symptome wurden Proben entnommen, die den Verdacht durch Labortests bestätigten.

Sofortige Maßnahmen: Hygienekontrolle und Keulung

Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, hat der Nationale Dienst für Agrar- und Lebensmittelgesundheit und -qualität (SENASA) eine 3-km-Hygienekontrollzone sowie eine 7-km-Überwachungszone eingerichtet.

Zu den ergriffenen Maßnahmen gehören:

  • Keulung der infizierten Bestände
  • sichere Entsorgung der Tiere
  • gründliche Reinigung und Desinfektion der Anlagen
  • Bewegungsbeschränkungen für Tiere und Personen in der Region.

Diese Schritte sollen die Ausbreitung des Virus eindämmen und die Biosicherheit in der Region erhöhen.

Auswirkungen auf den internationalen Geflügelhandel

Obwohl der betroffene Standort nicht in einer zentralen Geflügelregion liegt, hat Argentinien vorsorglich die Ausfuhr von Geflügelprodukten in Länder ausgesetzt, die einen offiziellen HPAI-freien Status verlangen.
Betroffen sind unter anderem wichtige Handelspartner wie China (größter Abnehmer mit 38 % der Exporte), Brasilien, Paraguay, Kolumbien, Chile, Mexiko, Kanada, USA, Japan und die Europäische Union.

Besonders brisant: China hatte den Markt für argentinisches Geflügel erst im März wieder geöffnet, nachdem es 2023 wegen eines HPAI-Ausbruchs ein Einfuhrverbot verhängt hatte.

Seuchenstatus und Wiedererlangung der Exportfähigkeit

Argentinien verfolgt eine Zonierungsstrategie, die es ermöglicht, den Handel aus nicht betroffenen Regionen aufrechtzuerhalten.

Sollten in den kommenden 28 Tagen keine weiteren Ausbrüche in kommerziellen Betrieben auftreten, könnte das Land bei der Weltorganisation für Tiergesundheit (WOAH) den Status „seuchenfrei“ zurückerlangen. Dieser Schritt ist entscheidend, um verlorene Exportmärkte wiederzueröffnen.

Bedeutung für den argentinischen Geflügelsektor

Nach Angaben der Agro-Industrial Foundation for the Development of Argentina (FADA) exportierte der Sektor in den ersten sechs Monaten dieses Jahres rund 12.400 Tonnen Geflügelprodukte im Wert von 14,6 Millionen US-Dollar. Im gesamten Jahr 2024 beliefen sich die Exporte auf knapp 195.000 Tonnen.

Der aktuelle Ausbruch trifft die Branche daher in einer Phase, in der die Exporte eine zentrale Rolle für die Wirtschaft spielen.

Weitere Fälle in Hinterhofhaltung

Nur wenige Tage vor dem bestätigten Ausbruch in Los Toldos hatte SENASA bereits einen Fall von HPAI H5 bei Hinterhofgeflügel in Arrecifes (ebenfalls in Buenos Aires) gemeldet.

Diese Fälle haben jedoch keine Auswirkungen auf den offiziellen Seuchenfrei-Status, da nur Ausbrüche in kommerziellen Betrieben für den internationalen Handel relevant sind.

Fazit: Vogelgrippe bleibt Risiko für Geflügelexporte

Der erneute Ausbruch der Vogelgrippe zeigt die anhaltende Verwundbarkeit des argentinischen Geflügelsektors. Strenge Biosicherheitsmaßnahmen sollen eine weitere Ausbreitung verhindern. Dennoch sind die Exportmärkte erheblich unter Druck, insbesondere durch die temporäre Sperre für China, den wichtigsten Handelspartner. Die kommenden Wochen werden entscheidend sein, ob Argentinien schnell wieder den Status „seuchenfrei“ erlangt und den Handel in vollem Umfang aufnehmen kann.

Geflügelnews
Bild: AdobeStock_ banphote
Quelle: Poultry World

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