Überraschende Agrar-Allianz: Was verbindet Bayern und Kalifornien?

25 August 2025
Politik
Flagge USA Klaifornien

Eine Pressemitteilung aus dem bayrischen Landwirtschaftsministerium sorgt auf den ersten Blick für Erstaunen: „Kalifornien und Bayern bündeln Kräfte“ heißt es in der Überschrift. Auf den zweiten – landwirtschaftlichen - Blick ist es auf jeden Fall eine nachvollziehbare Idee. 

Den Freistaat Bayern und den „Golden State“ Kalifornien trennen nicht nur fast 10.000 km. Auch politisch liegen sie nicht unbedingt auf einer Linie: Kalifornien, der bevölkerungsreichste Bundessaat der USA, wird seit über 30 Jahren von Demokraten regiert und gilt in vielerlei Hinsicht als liberal. Bayern wird sogar seit 1957 ununterbrochen von der konservativen CSU regiert. 

Klimawandel bedroht Ernährungssicherheit

Bei genauerem Hinsehen eint sie jedoch auch einiges: Beide Regionen sind geprägt von einer starken Landwirtschaft und gleichzeitig High-Tech-Zentren. Zur Landwirtschaft in Kalifornien gehört auch eine wirtschaftlich starke Geflügelbranche mit einem jährlichen Umsatz von fast einer Milliarde US-Dollar. 

Jetzt haben der Freistaat Bayern und Kalifornien eine enge Partnerschaft für eine nachhaltige, resiliente und zukunftsorientierte Landwirtschaft vereinbart. „Unsere Herausforderungen sind global – also müssen wir auch global zusammenarbeiten“, sagt Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber. „Der Klimawandel, zunehmende Trockenheit und geopolitische Krisen bedrohen die weltweite Ernährungssicherheit. Kalifornien und Bayern zeigen gemeinsam, wie man durch Innovation und Kooperation Ernährungssouveränität und eine nachhaltige Landbewirtschaftung sichern kann.“

Ziel der Partnerschaft ist es, den Austausch in Forschung und Entwicklung zu intensivieren. Kalifornien bringt seine führende Expertise in der Entwicklung wassereffizienter und klimaresilienter Pflanzensorten ein. Außerdem forscht man dort an intelligenter Wasseraufbereitung. Bayern steuert Know-how im Bereich Digitalisierung, Ressourcenschonung, agrarökologischer Anbau und Bewässerung allgemein bei.

Regionale Lebensmittelversorgung zentrales Thema

Dabei gehe es nicht nur um Technologie – sondern auch um politische Resilienz, so die Pressemitteilung. In einer Welt mit zunehmenden Unsicherheiten, Lieferkettenstörungen und klimabedingten Ernteausfällen gewinne die Fähigkeit zur regionalen, unabhängigen Versorgung mit Lebensmitteln zentrale Bedeutung. „Ernährungssouveränität ist heute eine Frage der Stabilität und der nationalen Sicherheit – gerade in Krisenzeiten“, so Ministerin Kaniber. Und weiter: „Wir müssen unabhängiger von Ressourcen wie Grundwasser werden und neue, klimafeste Produktionssysteme etablieren.“

Bemerkenswert ist die Allianz sicher auch vor dem Hintergrund, dass der aktuelle US-Präsident Donald Trump das Wort „Klimawandel“ aus sämtlichen offiziellen Dokumenten und von Regierungswebseiten hat streichen lassen. Und: Die USA ist nach seiner Amtseinführung aus dem internationalen Klimaabkommen ausgestiegen.  

PM, Text:
Christa Diekmann-Lenartz

Aufgewachsen auf einem landwirtschaftlichen Betrieb in der intensiven Tierhaltungsregion Weser-Ems (und Studium der Agrarwissenschaften). Seit vielen Jahren berichtet sie darüber, was sich im Bereich Geflügel tut - mit Schwerpunkt Niedersachsen.

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Bild: AdobeStock_David Diaz Official

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