Osnabrück sagt nicht Tschüss – sondern danke, Prof. Andersson!

21 Mai 2026
Deutschland
Robby Andersson und Team

Ganz ohne Geschenke ging es nicht: Prof. Dr. Robby Andersson (l.) mit seinem Team. 


Das 13. Osnabrücker Geflügelsymposium am 20. Mai 2026 stand im Zeichen der Verabschiedung von Prof. Dr. Robby Andersson. Der Wissenschaftler ist einer der renommiertesten Geflügelexperten in Deutschland, er lehrte seit Mitte der '90er Jahre an der Hochschule Osnabrück. Der Geflügelbranche bleibt er aber auch im Ruhestand erhalten. 

Beim diesjährigen Osnabrücker Geflügelsymposium gab es den Programmpunkt „Verabschiedung von Prof. Dr. Robby Andersson“. Der renommierte Geflügelexperte hat an der Hochschule Osnabrück den Studienschwerpunkt angewandte Geflügelwissenschaften (StanGe) aufgebaut und ist Ende vergangenen Jahres in den - wohlverdienten - Ruhestand gegangen. Von Verabschiedung wollte in Osnabrück aber niemand seiner Weggefährten und Laudatoren sprechen. Es sollte aber sehr wohl eine Würdigung seiner langjährigen Arbeit an der agrarwissenschaftlichen Fakultät geben – auch die wohlverdient.   

Studienschwerpunkt Geflügel etabliert

Prof. Dr. Robby Andersson hat ab 2009 an der Osnabrücker Hochschule den Studienschwerpunkt Geflügel aufgebaut und seitdem viele Generationen von Studentinnen und Studenten begleitet. Was seine Laudatoren hervorhoben: Er hat sich immer als Brückenbauer zwischen Wissenschaft, Praxis, Politik und Wirtschaft verstanden. Was nützen wissenschaftliche Erkenntnisse, wenn sie nicht die Praxis getragen werden, wenn sie nicht dort für Fortschritt und Weiterentwicklung sorgen? 

Niedersachsen ist Geflügelland Nr. 1 in Deutschland, das gilt nicht nur für die Urproduktion, sondern auch für die vor- und nachgelagerten Bereiche. Viele Unternehmen der Geflügelbranche, die ihren Ursprung in Niedersachsen haben, sind längs weltweit unterwegs. So ist die enge Verzahnung von Wissenschaft und Wirtschaft hier nur folgerichtig – und Prof. Andersson hat sie mit Leben erfüllt.  

Tierwohl nicht ohne Wirtschaftlichkeit denken

In den vergangenen Jahren hat das Thema Tierwohl in der Geflügelhaltung und damit ebenso in der Geflügelforschung einen hohen Stellenwert bekommen. Das spiegelt sich in unzähligen Projekten, Arbeiten oder Gutachten wider, für die Prof. Andersson (mit)verantwortlich zeichnet. Oder eben auch in seiner Arbeit in entsprechenden Gremien, Arbeitskreisen etc.. Dabei zeichnete ihn eines aus: „Dir war es immer wichtig, Tierwohl zusammen mit Wirtschaftlichkeit zu denken“, sagte es sein Pflanzenbau-Kollege Prof. Dr. Hans-Werner Olfs. Friedrich-Otto Ripke, der Vorsitzende des Landesverbandes der Niedersächsischen Geflügelwirtschaft (NGW), dazu: „Du genießt große Wertschätzung in der Wirtschaft.“ 

Mit über 400 Teilnehmenden erreichte das Geflügelsymposium einen neuen Rekord.

Digitalisierung und Tiergesundheit als Schwerpunkte

Wie geht es jetzt an der Agrarfakultät in Osnabrück weiter? Darüber gab Dr. Kathrin Toppel einen Überblick. Anstelle des bisherigen Lehrstuhls von Prof. Andersson gibt es die Professur „Precision Livestock Farming“ von Prof. Dr. Inga Tiemann. Hinzu kommt eine neue Professur „Tierhaltung und Tiergesundheitsmanagement“, die Prof. Dr. Pia Münster kürzlich angetreten hat. Hier geht es jedoch um alle Tierarten, nicht nur Geflügel.

In der Amtszeit von Prof. Andersson wurde auch die „Osnabrücker Poultry Academy“ (OPA) ins Leben gerufen. Sie bietet Weiterbildung und Zusatzqualifizierung für Halter und Betreuer von Geflügelbeständen oder sonstige in der Branche Tätige. OPA hat sich weit über Niedersachsen hinaus einen hervorragenden Ruf erarbeitet. Die Poultry Academy wird weiter unter der Leitung von Dr. Kathrin Toppel arbeiten. 

„Kompetenzzentrum Wirtschaftsgeflügel“ in Gründung

In Gründung befindet sich aktuell als dritte Säule des Geflügelfachbereichs in Osnabrück ein „Kompetenzzentrum Wirtschaftsgeflügel“. Es soll speziell den Wissenstransfer aus Wissenschaft in die Wirtschaft, aber auch innerhalb der Wirtschaft fördern und umsetzen. So soll ein Expertennetzwerk aufgebaut und gepflegt werden. Der designierte Leiter (und ausgewiesene Netzwerker) ist Prof. Dr. Robby Andersson. 

Deshalb im Sinne der Geflügelbranche: Nicht tschüss, sondern auf weiterhin gute Zusammenarbeit!

Christa Diekmann-Lenartz
Bild: agrarheute / Martina Hungerkamp, Jörg Hunold

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