Neue Althennen-Schlachtung in Bayern: Noch wenig Klarheit

07 April 2026
Deutschland
Suppenhuhn

In Niederbayern startet ein neues Angebot für die Verwertung von Althennen. Für viele Tiere könnte das deutlich kürzere Transportwege bedeuten – und neue Planungssicherheit für Erzeuger bringen. Noch sind allerdings Kapazitäten und Vermarktungskonzept unklar. 

Am Schlachthof der TLC Landgeflügel GmbH im bayerischen Massing (Anm.: nicht zu verwechseln mit der „Landgeflügel FG Vertriebsgesellschaft mbH“, das zur Rothkötter Unternehmensgruppe, Niedersachsen, gehört) sollen künftig neben Masthähnchen auch Althennen geschlachtet werden (Geflügelnews berichtete). Nach mehrfachem Nachfragen des Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatts (BLW) informierte das Unternehmen, dass es erste Probeschlachtungen gegeben habe. Mittelfristig plant TLC ein Vermarktungskonzept für regionale Suppenhühner unter dem Namen „Omas Suppen-Landhuhn“. Der Fokus liege jedoch zunächst darauf, die Schlachtung stabil zu etablieren, bevor konkrete Vertriebspartnerschaften aufgebaut würden, so das Unternehmen. 

Vermarktung von Althennen in Süddeutschland angespannt

Seit einem Jahr ist die Verwertung von Althennen in Süddeutschland deutlich angespannt. Mit dem Wegfall der Schlachtkapazitäten des Unternehmens Buckl in Wassertrüdingen hat sich die Situation für Legehennenhalter in Bayern und Baden-Württemberg spürbar verschärft. Viele Betriebe müssen ihre Tiere seither über weite Strecken in andere Bundesländer oder ins benachbarte Ausland transportieren lassen. Ein größerer Rückstau blieb laut Brancheninformationen zwar bislang aus. Doch insbesondere nach Ostern, wenn zahlreiche Betriebe gleichzeitig ausstallen, steigt der Druck weiter. Die langen Transportwege belasten nicht nur das Tierwohl, sondern erhöhen auch das Risiko, Krankheiten in die Bestände einzutragen. Gleichzeitig bedeuten sie zusätzliche Kosten.  

Nun soll in Massing ein regelmäßiger Schlachtbetrieb starten, doch derzeit fehle noch das benötigte Verpackungsmaterial, so TLC. Konkrete Angaben zu Schlachtzahlen macht das Unternehmen nicht. Im vergangenen Jahr hatte das BLW mit verschiedenen Vertretern des Lebensmittelhandels gesprochen. So wechselte Rewe nach dem Aus des Schlachthofs Buckl in Wassertrüdingen auf einen neuen Lieferanten für Suppenhühner. Auch die Warenversorgung mit Suppenhühnern bei Kaufland sei, so eine Sprecherin, gleich nach dem Buckl-Aus wieder sichergestellt gewesen. Die Regale im LEH sind mit Ware gefüllt und es ist fraglich, wie schnell sich neue Anbieter hier ihren Platz erobern können. 

Weitere Informationen können Sie hier bekommen: 

https://www.wochenblatt-dlv.de/maerkte/althennen-neue-schlachtung-grosse-versprechen-wenig-klarheit-584425

Annette Seidel, Andrea Tölle, Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt
Bild: AdobeStock_Wolfgang

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