Mercosur-Abkommen: Mehr Geflügel-, Eier- und Futtermittelimporte in die EU geplant

11 September 2025
Politik
Geflügel Mercosur

Geflügelimporte könnten steigen

Laut Vertragsentwurf der EU-Kommission zum Mercosur-Abkommen sollen Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay künftig bis zu 180.000 Tonnen Geflügelfleisch zollfrei in die EU exportieren dürfen, was 1,3 Prozent der hiesigen Produktion entspräche Allerdings liegen die tatsächlichen Einfuhren aus dem Mercosur-Raum bereits jetzt mit 293.000 Tonnen deutlich über diesem Wert.
Gleichzeitig exportierte die EU im Jahr 2024 rund 2,1 Millionen Tonnen Geflügelfleisch – ein Zeichen für die internationale Bedeutung der europäischen Branche. Dennoch befürchten Marktteilnehmer zusätzlichen Preisdruck, sollten weitere Quoten ohne Anpassung der Standards genehmigt werden.

Eierimporte im Fokus

Neben Geflügel betrifft das Abkommen auch die Eierproduktion. Vorgesehen ist ein Zollkontingent von 3.000 Tonnen Eieräquivalent, das über fünf Jahre in 500-Tonnen-Schritten ansteigt. Eine vergleichbare Quote soll auch für Eieralbumine gelten. Für europäische Erzeuger bedeutet dies zusätzliche Konkurrenz aus Drittländern, die nicht denselben strengen Produktionsauflagen unterliegen.

Futtermittelimporte könnten Markt beeinflussen

Für die Geflügelwirtschaft von Bedeutung sind auch die geplanten Zollkontingente für Futtermittel:

  • Mais und Sorghum: zollfrei bis zu 1 Mio. Tonnen (Aufbau über 5 Jahre)
  • Reis: 60.000 Tonnen (1,4 % des EU-Verbrauchs)

Da Mais und Sorghum wichtige Bestandteile von Geflügelfutter sind, könnten steigende Importe die Marktpreise und Abhängigkeiten verschieben.

Chancen und Risiken für die Geflügelwirtschaft

Die EU-Kommission betont, dass europäische Standards für Lebensmittelsicherheit, Tier- und Pflanzengesundheit auch nach Inkrafttreten des Abkommens gelten. Dennoch sehen Verbände wie die AVEC die Gefahr von Wettbewerbsverzerrungen, da Produzenten in den Mercosur-Staaten oft unter weniger strengen Bedingungen produzieren.

Für die europäische Geflügelwirtschaft stehen daher zentrale Fragen im Raum: Wie wirkt sich das Abkommen auf die Wettbewerbsfähigkeit heimischer Erzeuger aus? Und wie lässt sich sicherstellen, dass Nachhaltigkeit und Tierwohl nicht unter Preisdruck geraten?

Geflügelnews
Bild: Adobe_Stock_MQ-Illustrations
Quelle: AgE

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