Masthuhn-Report 2025: Dr. Oetker punktet beim Tierwohl – McDonald’s fällt durch
12 November 2025
Masthuhn
Die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt hat den Masthuhn-Report 2025 veröffentlicht. Der Bericht bewertet erstmals über 110 Unternehmen der Lebensmittelbranche nach einheitlichen Kriterien für Tierschutz.
Zarte Fortschritte beim Tierwohl – aber große Lücken bleiben
Die Lebensmittelbranche bewegt sich beim Tierwohl in kleinen Schritten. Das zeigt der Masthuhn-Report 2025 der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt. Danach zeigen sich zwar Verbesserungen, doch der Wandel verläuft schleppend. Mehr als 110 Unternehmen beteiligen sich inzwischen an der Masthuhn-Initiative, die seit 2022 Fortschritte beim Tierschutz misst.
„Der Masthuhn-Report 2025 beweist, dass Veränderung möglich ist, wenn Unternehmen Verantwortung übernehmen“, sagt Esther Erhorn, Leiterin Lebensmittel-Fortschritt bei der Stiftung.
Bewertung erstmals nach einheitlichem System
Erstmals bewertet der Masthuhn-Report Unternehmen aus Handel, Gastronomie, Catering, Produktion und Industrie nach einem standardisierten Punktesystem. Grundlage sind veröffentlichte Roadmaps, Fortschrittsberichte und dokumentierte Umstellungen. Das Scoring-Modell zeigt den Fortschritt jedes Unternehmens auf einer Skala von 0 bis 100 %.
Handel: Globus und Aldi Süd vorn – Edeka Schlusslicht
Im Lebensmitteleinzelhandel belegt Globus mit 77 % den Spitzenplatz, gefolgt von Tegut mit 73 %. Edeka, Bartels-Langness, Hit und K+K landen mit 0 % am Ende der Tabelle.
Bei den Discountern führt Aldi Süd mit 70 %, vor Aldi Nord mit 63 % und Penny mit 57 %. Lidl erreicht 40 % – laut Stiftung ein Zeichen für einen Kurswechsel. Netto ApS verweigert weiterhin klare Tierschutzziele und bleibt mit 0 % Letzter.
Systemgastronomie: McDonald’s und Burger King fallen durch
In der Systemgastronomie ist das Ergebnis ernüchternd: McDonald’s und Burger King erzielen jeweils 0 %.
Besser schneiden Dean & David und L’Osteria mit jeweils 73 % ab. Bei den Caterern liegen Sodexo (70 %), Apetito (67 %) und Compass (57 %) vorn.
Produzenten: Plukon vorn – Rothkötter ohne Teilnahme
Unter den Produzenten erreicht Plukon mit 87 % den höchsten Score, gefolgt von PHW und LDC (je 77 %). Rothkötter und Sprehe nehmen derzeit noch nicht an der Masthuhn-Initiative teill.
Hersteller-Ranking: Dr. Oetker als Vorreiter beim Tierwohl
Spitzenreiter unter den Herstellern ist Dr. Oetker mit 93 %. Das Unternehmen überzeugt mit klaren Zielen, transparenter Berichterstattung und konkreten Maßnahmen. Auf Platz zwei folgt Frosta mit 70 %, dahinter Nomad Foods (57 %), bofrost (53 %) und Nestlé (47 %).
Am unteren Ende des Rankings stehen Freiberger mit 33 % und Eismann mit 0 %. Auch Unilever kommt auf 0 %, nachdem kurz vor Veröffentlichung das Bekenntnis zur Masthuhn-Initiative von der Website verschwand.
Forderung an die Politik: Mindeststandards und Förderung
Die Stiftung fordert die Bundesregierung auf, verbindliche Mindestanforderungen für alle Nutztiere in der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung festzulegen. Außerdem brauche es finanzielle Unterstützung für Betriebe, die ihre Ställe umbauen wollen. Auch das Tierhaltungskennzeichnungsgesetz müsse weiterentwickelt werden.
Geflügelnews
Bild:
Natasja Beverloo, Masthuhn-Initiative, Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt
Quelle:
Masthuhn-Initiative, Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt
Reagieren
Geflügelnews lädt Sie ein, auf Artikel zu reagieren und schätzt Reaktionen mit Inhalt. Die Redaktion behält sich das Recht vor, beleidigende oder kommerziell motivierte Reaktionen ohne Angabe von Gründen zu entfernen.