Edeka und Albert Schweitzer Stiftung einigen sich auf Maßnahmen für mehr Tierwohl

10 Oktober 2025
Deutschland
Edeka Masthähnchen Tierwohl

Nach monatelangem Streit um die Haltungsbedingungen von Masthühnern haben der Edeka-Verbund und die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt eine Einigung erzielt. In einem gemeinsamen Statement am Donnerstag, den 9. Oktober, wurden fünf Maßnahmen vorgestellt, die künftig höhere Tierschutzstandards im Sortiment des Einzelhändlers sichern sollen.

Ziel: Nur noch Geflügel aus höheren Haltungsformen

Kern der Vereinbarung ist, dass Edeka ab Ende 2030 bei seinen Eigenmarken ausschließlich Geflügelfleisch aus den höheren Haltungsformen 3, 4 und 5 anbieten will. Voraussetzung hierfür ist die entsprechende Warenverfügbarkeit. Außerdem sollen künftig nur noch langsamer wachsende Geflügelrassen eingesetzt werden. Dabei orientiert sich Edeka an der RSPCA-Positivliste sowie an einer mit dem Deutschen Tierschutzbund erarbeiteten Positivliste, die Parameter zu Tierwohl und Tiergesundheit definiert.

Darüber hinaus verpflichtet sich Edeka, die Haltungsform-Kriterien für Masthühner und Puten stetig wissenschaftlich und tierwohlorientiert weiterzuentwickeln und nur Verbesserungen im Sinne des Tierwohls zu akzeptieren.

CO2-Betäubung und Transparenz

Bis Ende 2027 sollen alle Geflügelbetriebe, die Edeka beliefern, auf die mehrstufige CO2-Betäubung umgestellt sein. Bereits jetzt haben fast alle Betriebe, bis auf einen kleinen Bio-Betrieb, diese Maßnahme umgesetzt. Zudem wird Edeka künftig regelmäßig über die Fortschritte auf dem Weg zu den höheren Haltungsformen berichten.

Einigung nach öffentlicher Debatte

Die Verständigung folgt auf eine öffentlich geführte Debatte und konstruktive Gespräche, die bereits im September begonnen hatten. Hintergrund war ein Konflikt, der im August seinen Höhepunkt erreichte: Edeka hatte gerichtlich gegen die Stiftung vorgegangen und eine einstweilige Verfügung gegen bestimmte Aussagen aus einer Kampagne der Tierschützer beantragt. Diese hatte die Zucht- und Haltungsbedingungen von Masthühnern in der Edeka-Lieferkette kritisiert.

Stiftung begrüßt langfristige Zusammenarbeit

„Ich freue mich über die Verständigung mit Edeka und auf den regelmäßigen Austausch, den wir miteinander führen werden, um den Tierschutz in Deutschland weiter voranzubringen“, kommentierte Mahi Klosterhalfen, Präsident der Albert Schweitzer Stiftung. Die Stiftung bezeichnet die Einigung als Auftakt einer langfristigen Zusammenarbeit.

Geflügelnews
Bild: Cordula Möbius

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