Forscher in Kanada gewinnen hochwertiges Eiweißfutter aus Kohle. Das Verfahren nutzt Methanol und soll Ferkel und Hühner versorgen.
Forscher der Universität von Alberta in Kanada entwickeln ein neuartiges Verfahren zur Herstellung von proteinreichem Tierfutter aus Kohle. Ziel ist es, kohlenstoffarmes Futter für Ferkel und Hühner zu produzieren. Das Forschungsteam hat über vier Jahre eine Fermentierungstechnik optimiert, die Methanol – ein Nebenprodukt der Kohlevergasung – als Basis zur Eiweißgewinnung aus einzelligen Bakterien nutzt.
Methanol aus Kohle als Eiweißquelle für Tierfutter
Laut Angaben der Universität basiert die Methode auf einem Verfahren, das bereits in den 1970er- und 1980er-Jahren untersucht wurde. Damals galt es jedoch als wirtschaftlich unrentabel. Nun soll die Technik auf Betreiben eines Wasserstoffunternehmens neu bewertet werden – insbesondere im Hinblick auf die Nutzung überschüssigen Methanols aus Kohlevergasungsprojekten.
Bei der Kohlevergasung werden unterirdische Kohleflöze erhitzt, um Gase wie Wasserstoff zu gewinnen. Dabei entsteht CO₂, das gespeichert werden kann, um die Umweltbilanz zu verbessern. Ein weiteres Nebenprodukt ist Methanol, das sich nicht nur als Energieträger eignet, sondern auch als Substrat für Bakterien zur Eiweißproduktion.
Die Wissenschaftler nutzen ein methanolliebendes Bakterium, das hochwertiges Protein erzeugt – und das ohne genetische Modifikation. Laut Universität von Alberta wurde das Bakterium zwar schon früher erforscht, doch die neue Fermentationstechnik sei effizienter als bisherige Ansätze.
Weniger CO₂ und Flächenverbrauch im Vergleich zu Soja
Erste Laboranalysen zeigen, dass das produzierte Protein eine hohe Qualität aufweist und dem Fischmehl ähnelt. Es könnte sich besonders gut für Jungtiere wie Ferkel und Hühner eignen, die empfindlich auf minderwertige Eiweiße reagieren. Zudem versprechen sich die Forscher ökologische Vorteile, etwa durch geringeren Flächenverbrauch und weniger CO₂-Ausstoß im Vergleich zu Soja.
Verdaulichkeitsstudien und erste Fütterungsversuche geplant
Aktuell arbeitet das Forschungsteam daran, die Produktion so weit zu skalieren, dass erste Fütterungsversuche durchgeführt werden können. Innerhalb eines Jahres sollen laut Universität Verdaulichkeitsstudien starten, Wachstumsversuche sind für das Folgejahr geplant.

































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