Eier von Hühnern (vor allem Hobbyhühnern), die sich viel im Freien aufhalten, enthalten signifikant höhere Mengen an PFAS (Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen). Das geht aus Untersuchungen hervor, die von einem Team um den Forscher Ivar Lanting von der Antea Group in Holland durchgeführt wurden.
Hobbyhühner im Fokus: Mehr Freiheit, mehr Belastung?
Lanting hatte vor einem Jahr Eier von zahlreichen Hobby-Hühnerhaltern gesammelt und zur Analyse auf PFAS untersucht. Um die Ergebnisse besser einordnen zu können, erhob er nun zusätzliche Informationen zum Haltungsstil und zur Fütterung der Tiere. Die Auswertung zeigt: Je mehr sich die Hühner frei bewegen können, desto höher sind die PFAS-Konzentrationen in ihren Eiern. Auch das Alter der Hennen spielt eine Rolle – ältere Tiere weisen ebenfalls höhere Belastungen auf.
Freilandeier im Vergleich: Gekauftes Futter schützt besser
Besonders auffällig: Hühner, die ausschließlich mit gekauftem Futter versorgt wurden, hatten deutlich geringere PFAS-Werte in ihren Eiern. Hühner hingegen, die sich teilweise selbst ernährten, wiesen höhere Belastungen auf. Eine Untersuchung von Pflanzen, wie Gras und Blättern, ergab jedoch, dass diese nicht als PFAS-Quelle infrage kommen.
Übeltäter Regenwurm
Die tatsächliche Hauptquelle wurde inzwischen identifiziert: Regenwürmer. Sie enthalten nach mehreren Studien hohe Mengen an PFAS, insbesondere PFOS (Perfluoroctansulfonsäure). Da Regenwürmer bei Hühnern sehr beliebt sind, gelangen über diesen Weg die Schadstoffe in die Eier.
Die Konsequenz: Wer Eier von Hühnern verzehrt, die im Freien scharren und Würmer fressen, nimmt automatisch mehr PFAS auf. Die Forscher raten deshalb Hobbyhaltern, den Verzehr von Eiern aus eigener Freilandhaltung möglichst einzuschränken – insbesondere, wenn die Tiere unbeaufsichtigt scharren und nach Nahrung suchen. Jacob de Boer, Professor für Umweltchemie und Toxikologie an der Freien Universität Amsterdam, verzichtet beispielsweise selbst auf Eier von Freilandhühnern. Er begründet dies mit den gesundheitlichen Risiken: PFAS im Blut schwächen das Immunsystem und erhöhen das Risiko für Leber- und Schilddrüsenerkrankungen.

































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