Flandern entwickelt mit dem Projekt BOWIE erstmals praxisnahe Mess- und Minderungsverfahren für Ammoniakemissionen in ökologischer Freilandhaltung.
In Flandern (Belgien) wurde ein Forschungsprojekt zur Erhebung von Ammoniakemissionen in ökologisch geführten Geflügel- und Schweineställen mit Auslaufbedingungen gestartet. Die Initiative trägt den Namen BOWIE und wird von Boerenbond, dem ILVO (Instituut voor Landbouw-, Visserij- en Voedingsonderzoek), Bioforum sowie dem Proefbedrijf Pluimveehouderij getragen. Ziel ist es, praktikable Maßnahmen zur Emissionsminderung zu entwickeln, insbesondere für den ökologischen Landbau, wie agrarheute berichtet.
Ein zentrales Problem: Bislang existieren für diese Haltungsformen keine standardisierten Verfahren zur Messung von Ammoniakemissionen. Gründe sind die besonderen Bedingungen der Freilandhaltung, etwa geringere Besatzdichten und natürliche Stallbelüftung, deren Einfluss auf die Emissionen bisher unklar ist. „In BOWIE werden wir geeignete Messmethoden entwickeln und validieren“, so Eva Brusselman vom ILVO.
Das Projekt hat eine Laufzeit von vier Jahren und ist im Frühjahr 2025 gestartet. Bei der Auftaktveranstaltung wurden Ziele, Arbeitspläne und die Einbindung relevanter Akteure vorgestellt. Eine begleitende Arbeitsgruppe mit Vertretern aus Landwirtschaft, Politik, Forschung und Industrie soll die Umsetzung unterstützen.
Zwei innovative Verfahren zur Ammoniakmessung im Test
In der ersten Projektphase liegt der Fokus auf der Entwicklung und Validierung von zwei Messansätzen: Tracergas-Verfahren sowie drohnenbasierter Sensortechnik. Diese sollen im Anschluss unter Praxisbedingungen getestet werden. Darüber hinaus untersucht das Projekt den Einfluss von Besatzdichte und Temperatur auf die Emissionen.
Ein weiterer Bestandteil ist die Auswahl wirksamer Minderungsmaßnahmen in Abstimmung mit Branchenvertretern. In einer zweiten Phase werden diese Maßnahmen dann in Feldversuchen mit Schweinen und Legehennen kombiniert und auf ihre Wirksamkeit überprüft, wie agrarheute berichtet.
Freilandhaltung im Fokus der Stickstoffregulierung
Laut Pieter-Jan Delbeke vom Boerenbond fehlt es Freilandbetrieben bisher an passenden Maßnahmen im Rahmen der PAS-Regelung (Programmatische Aanpak Stikstof). Die bislang anerkannten Technologien seien nur für geschlossene Stallsysteme geeignet. BOWIE will hier Abhilfe schaffen und den Biosektor stärken, der durch die Stickstoffregulierung zunehmend unter Druck geraten ist.

































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