Droht ein Verbot von Rattenködern? Schädlingsbekämpfung in Gefahr

12 Februar 2025
Stallmanagement
Ratten und Hand

Ein mögliches Verbot von Rattenködern mit Antikoagulanzien könnte zu einer unkontrollierten Vermehrung von Ratten führen, da professionelle Schädlingsbekämpfer den Bedarf möglicherweise nicht decken können.

Nagetierbekämpfung Ratten sind ständige Begleiter der menschlichen Zivilisation – auch auf landwirtschaftlichen Betrieben. Der Einsatz von Fraßködern zur Bekämpfung wird möglicherweise jedoch bald verboten werden.

Verbot von Rattenködern? Das Wiederzulassungsverfahren läuft

Da wo Menschen leben, leben meist auch Ratten und vor allem auf Tierhaltungsbetrieben finden sie oftmals ideale Lebensbedingungen. Bei der Bekämpfung kommen vor allem Fraßköder zum Einsatz. Diese enthalten sogenannte Antikoagulanzien, die die Blutgerinnung verhindern, sodass die Tiere langsam innerlich verbluten. Aktuell wird im Rahmen eines Wiederzulassungsverfahren geprüft, ob Antikoagulanzien weiterhin von Privatpersonen genutzt werden dürfen. Das Wiederzulassungsverfahren läuft noch bis mindestens Ende dieses Jahres.

Gefahr für Wildtiere: Warum Antikoagulanzien in der Kritik stehen

Mehrere Gründe sprechen laut Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) für ein Nutzungsverbot durch Privatpersonen. So sind Antikoagulantien sehr schlecht in der Umwelt abbaubar, reichern sich in Lebewesen an und sind giftig, erklärt die BAuA auf Nachfrage. Zudem wirken Rodentizide auf alle Wirbeltiere, sodass auch für Haus- und Wildtiere hohe Vergiftungsrisiken bestehen, zum Beispiel durch Fressen vergifteter Nagetiere. Mäusebussarde oder Eulen, aber auch Füchse und Wiesel sind stark gefährdet. Der Einsatz solle daher auf das unbedingt notwendige Maß beschränkt werden.

Prävention statt Gift: So lässt sich Rattenbefall vermeiden

Da sich Ratten dort ausbreiten, wo sie ausreichend Nahrung finden, können vor allem vorbeugende Maßnahmen helfen. Mögliche Nahrungsquellen im Privatbereich sind zum Beispiel Vogelfutter, falsche Kompostierung, Speisereste auf dem Grundstück sowie unzureichend abgedichtete Müllbehälter.

Verbände schlagen Alarm: Rattenplage droht bei Köder-Verbot

Mehrere Verbände und Organisationen haben daher einen Brandbrief verfasst und an politische Entscheider gesendet. Sie befürchten, dass sich Ratten – sollte das Verbot tatsächlich kommen – unkontrolliert ausbreiten würden, mit gravierenden Folgen für Gesundheit, Hygiene und Wirtschaft.

Der Einsatz von Fraßködern wäre dann nur noch professionellen Schädlingsbekämpfern möglich, die jedoch, so die Befürchtung, nicht in der Lage wären, den zusätzlichen Bedarf zu decken. Viele Städte und Kommunen seien schon jetzt betroffen und mit der Bekämpfung von Ratten überfordert. Es mangele an finanziellen Mitteln und Personal für die Rattenbekämpfung sowie der Aufklärung der breiten Bevölkerung. 

Die hohe Rattenpopulation führt zu erheblichen hygienischen Problemen, Sachschäden und potenziellen Gesundheitsrisiken für die Bevölkerung, ist in dem Brandbrief zu lesen. Bei einer konservativen Schätzung würden jährlich milliardenhohe Schäden durch Rattenbefall in Deutschland auftreten, wobei gesundheitliche Schäden in dieser Schätzung noch nicht berücksichtigt seien.

Land und Forst / Leonie Jost, Geflügelnews
Bild: AdobeStock_ LIGHTFIELD STUDIOS

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