Die EU prüft strengere Tierschutzvorgaben: Bis Ende 2026 soll ein Vorschlag vorliegen, der auch ein Verbot der Käfighaltung von Legehennen und anderem Geflügel beinhalten könnte.
Die Europäische Kommission hält an ihrem Vorhaben fest, bis Ende 2026 Vorschläge für eine Reform der EU-Tierschutzgesetze vorzulegen. Im Zentrum steht dabei auch die Zukunft der Käfighaltung von Legehennen und anderen Geflügelarten. Betroffen wären Halter von Hühnern, Enten, Gänsen und Wachteln, aber auch Betriebe mit Kälbern, Kaninchen und Junghennen. Zudem wird ein mögliches Verbot der Kastenstandhaltung von Sauen diskutiert.
Konsultation läuft bis Dezember 2025
Bis zum 12. Dezember können Landwirte, Unternehmen, Bürgerinnen und Bürger sowie Verbände Stellung zu den geplanten Änderungen beziehen. Mit der Konsultation will die EU-Kommission ein breites Meinungsbild zur Ausgestaltung neuer Regeln sammeln.
Die Geflügelwirtschaft wird die Entwicklungen besonders aufmerksam verfolgen, denn ein EU-weites Auslaufen der Käfighaltung würde in zahlreichen Mitgliedstaaten vor allem die Eierproduktion betreffen. Bereits im Vorfeld hatten Branchenvertreter vor möglichen Wettbewerbsnachteilen gewarnt, sollten importierte Produkte nicht denselben Tierschutzstandards unterliegen. Entsprechend soll die Konsultation auch die Frage klären, wie verbindliche Vorgaben für importierte Erzeugnisse gestaltet werden können.
EU-Kommission plant Legislativvorschlag bis 2026
Ein Legislativvorschlag ist für das vierte Quartal 2026 angekündigt. Ursprünglich wollte die Kommission bereits 2023 ein umfassendes Reformpaket vorlegen. Die damalige Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides hatte ein Komplettverbot der Käfighaltung in Aussicht gestellt. Stattdessen kam es lediglich zu einem Vorschlag für eine Überarbeitung der Tiertransportverordnung.
Bisher nur langsame Fortschritte bei Reformen
Das Europäische Parlament und der Rat konnten sich bisher nicht auf gemeinsame Positionen für Verhandlungen mit der Kommission verständigen. Damit bleiben die Fortschritte überschaubar. Gleichwohl betonte die Kommission am 19. September, dass sie an den angekündigten Reformplänen festhalte.

































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