Das estnische Parlament hat ein Verbot der Käfighaltung gestoppt und setzt stattdessen auf freiwillige Regelungen und EU-weite Lösungen.
Käfighaltung bleibt in Estland vorerst erlaubt
Das estnische Parlament hat sich gegen ein verbindliches Verbot der Käfighaltung von Legehennen ausgesprochen. Der Ausschuss für ländliche Angelegenheiten befürwortet stattdessen freiwillige Regelungen. Ein entsprechender Gesetzesvorschlag des estnischen Agrarministers Hendrik Terras, der ein Verbot ab 2035 vorsieht, ist damit vorerst gestoppt.
Ausschussvorsitzender Urmas Kruuse betonte, dass Tierschutz zwar wichtig sei, jedoch kein staatlicher Zwang nötig sei, wenn sich die Branche freiwillig zu entsprechenden Maßnahmen verpflichtet. Der Ausschuss forderte das Landwirtschaftsministerium auf, bis Herbst mögliche freiwillige Vereinbarungen mit der Geflügelwirtschaft zu prüfen.
Finanzhilfen für Betriebe und Sorge vor Eierpreis-Anstieg
Zudem sprachen sich die Abgeordneten für Investitionshilfen an die Betriebe aus, um finanzielle Belastungen durch den Ausstieg aus der Käfighaltung zu mildern und Preissteigerungen bei Eiern zu verhindern. Ein EU-weites Verbot wäre laut Kruuse effektiver, da Estland mit nur 0,2 % der EU-Legehennenpopulation ohnehin nur einen kleinen Anteil stelle.
Tschechien fordert EU-weites Verbot – nationales Verbot ab 2027
Zuletzt hatte auch Tschechien zuletzt ein EU-weites Verbot gefordert. Dort tritt ein nationales Verbot ab 2027 in Kraft. Prag befürchtet allerdings Wettbewerbsnachteile, sollte die EU nicht nachziehen.
Aktuell erlaubt das EU-Recht weiterhin die Haltung in sogenannten ausgestalteten Käfigen mit mindestens 0,075 Quadratmetern Fläche pro Huhn. In Estland leben laut der Tierschutzorganisation CIWF noch rund 87 % der Legehennen in dieser Haltungsform. In Deutschland ist diese Praxis verboten, lediglich die Kleingruppenhaltung ist noch bis Ende des Jahres zulässig.

































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