Futter ist in der Legehennenhaltung weit mehr als ein Kostenfaktor: Die richtige Ration kann dazu beitragen, dass Hennen lange gesund bleiben und ihre Leistung lange halten. Welche Stellschrauben dabei entscheidend sind, wurde auf einer Veranstaltung von Lohmann Deutschland in Bakum diskutiert.
An heutige Legehennenherden gibt es hohe Ansprüche: Die Tiere sollen immer länger gehalten werden, dabei möglichst viele Eier legen, gesund bleiben und bis zum Ende der Haltungsperiode eine gute Befiederung behalten. Gleichzeitig stehen Nachhaltigkeit und Tierwohl zunehmend im Fokus. Die Fütterung kann dabei an mehreren Stellschrauben ansetzen.
Rationsgestaltung ist wichtiges Werkzeug
„Die Rationsgestaltung ist ein wichtiges Werkzeug, um Leistung, Tierwohl und Nachhaltigkeit zu optimieren“, erklärte Christopher Schuldt auf einer Lohmann-Veranstaltung in Bakum, Landkreis Vechta (Niedersachsen). Denn die Ziele ließen sich nicht unabhängig voneinander betrachten. Ohne vernünftiges Tierwohl gibt es keine Leistung. Ohne Leistung gibt es keine Nachhaltigkeit, so Schuldt, der Berater beim Futtermittelhersteller Best 3 Geflügelernährung ist.
Tierwohl beginnt am Trog. Ein Beispiel ist das Federpicken. Die Verhaltensauffälligkeit kann erhebliche Folgen für das Tierwohl und zugleich für die Wirtschaftlichkeit einer Herde haben. Laut Schuldt gibt es bei jeder Herde eine individuelle Schwelle, ab der Federpicken beginnt. Wo diese liegt, ist von Herde zu Herde unterschiedlich und wird auch mit von Herkunft, Haltung und Management beeinflusst.
Eine ausbalancierte Fütterung kann jedoch dazu beitragen, die Reaktionsschwelle nach oben zu verschieben. Eine schlechte Befiederung der Hennen bedeutet, dass diese einen höheren Erhaltungsbedarf haben. Diese Energie steht dann nicht für die Eiproduktion zur Verfügung.
Mehr Eier und längere Haltungsdauer
Wie stark sich die Anforderungen an die Fütterung verändert haben, zeigt ein Blick auf die Legehennenzucht. In den vergangenen 20 Jahren ist die durchschnittliche Eizahl je Henne um rund 29 Eier gestiegen – das sind etwa 1,5 Eier zusätzlich pro Jahr. Gleichzeitig hat sich die mögliche Haltungsdauer in diesem Zeitraum um rund 20 Wochen verlängert.
Für die Fütterung bedeutet das: Die Nährstoffversorgung muss an die höhere Leistung und die längere Haltungsdauer angepasst werden. Gleichzeitig gewinnt die Futtereffizienz an Bedeutung. Nicht allein die Menge des aufgenommenen Futters entscheidet, sondern vor allem, wie gut die darin enthaltenen Nährstoffe von der Henne genutzt werden können.
Dabei kommt dem Alter der Tiere eine besondere Bedeutung zu. Mit zunehmendem Alter lässt die Verdauungsleistung nach. Deshalb müssen nach Einschätzung des Fütterungsexperten hochverdauliche Futterkomponenten eingesetzt werden. Gerade ältere Hennen müssen ausreichend Energie für die Eiproduktion zur Verfügung haben, damit sie kein Körpergewicht abbauen.








































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