Mehr Konkurrenz bei Geflügelfleisch: Argentinien darf wieder in die EU liefern

11 August 2026
Markt Geflügelfleisch
Geflügelfleisch

Argentinien darf ab dem 17. August 2026 wieder frisches Geflügelfleisch und Geflügelfleischerzeugnisse in die EU liefern. Auch Deutschland zählt zu den wichtigen Absatzmärkten. Zuvor hatte ein Ausbruch der hochpathogenen Aviären Influenza die Lieferungen gestoppt.

Argentinien darf ab 17. August wieder liefern

Argentinien kehrt auf den europäischen Geflügelfleischmarkt zurück. Ab dem 17. August 2026 darf das südamerikanische Land wieder frisches Geflügelfleisch und Geflügelfleischerzeugnisse in die Europäische Union exportieren. Das teilte das argentinische Landwirtschaftsministerium mit.

Die Europäische Kommission hat Argentinien wieder in die Liste der Länder aufgenommen, die Geflügelfleisch in die EU liefern dürfen. Möglich wurde dies, nachdem das Land seinen Status als frei von hochpathogener Aviärer Influenza (HPAI) zurückerlangt hatte.

Damit bekommen europäische Geflügelfleischerzeuger zusätzliche Konkurrenz. Zu den wichtigen Absatzmärkten für argentinische Ware innerhalb der EU gehört auch Deutschland.

Vogelgrippe hatte Exporte in die EU gestoppt

Auslöser für den Exportstopp war ein HPAI-Ausbruch in einem kommerziellen Geflügelbetrieb in der Provinz Buenos Aires. Dort wurde das Virus im Februar 2026 nachgewiesen.

Der einzelne Ausbruch hatte Folgen für das gesamte Land. Argentinien und die EU hatten keine Vereinbarung getroffen, die eine Regionalisierung ermöglicht hätte. Deshalb konnte Argentinien nicht nur Lieferungen aus der betroffenen Region stoppen und Exporte aus anderen Landesteilen fortsetzen.

Stattdessen verlor das gesamte Land vorübergehend seine Exportmöglichkeit in die EU. Die Behörden konnten keine Gesundheitsbescheinigungen mehr für Geflügelfleisch ausstellen, das für den europäischen Markt bestimmt war.

Deutschland gehört zu Argentiniens wichtigen Absatzmärkten

Für Argentiniens Geflügelwirtschaft spielt die EU eine wichtige Rolle. Nach Angaben des argentinischen Landwirtschaftsministeriums gehören Deutschland, die Niederlande und Spanien zu den wichtigsten Abnehmern innerhalb der Europäischen Union.

Die Lieferungen waren bereits vor dem Exportstopp deutlich gewachsen. Im Jahr 2025 exportierte Argentinien Geflügelfleisch im Wert von mehr als 14 Millionen US-Dollar in die EU. Gegenüber 2024 entsprach das einem Plus von 32 Prozent.

Zusätzliche Ware trifft auf den europäischen Markt

Mit der Wiederzulassung kann argentinisches Geflügelfleisch nun erneut auf den europäischen Markt gelangen. Für Masthähnchenhalter und Geflügelfleischerzeuger in Deutschland und anderen EU-Staaten bedeutet das zusätzliche Konkurrenz durch Importware.

Wie stark sich die Rückkehr Argentiniens tatsächlich auf Mengen und Preise in der EU auswirkt, hängt allerdings davon ab, wie schnell die Exporte wieder anlaufen und welche Mengen argentinische Unternehmen nach Europa liefern.

Geflügelnews
Bild: needpix
Quelle: Sterke Erven Pluimvee, Tom Schotman, Argentinische Landwirtschaftsministerium

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