Ein HPAI-Ausbruch in einer brasilianischen Geflügelhaltung hat einen Exportstopp in 21 Ländern ausgelöst – betroffen ist rund die Hälfte der bisherigen Ausfuhren.
Vogelgrippe in Brasilien: 21 Länder stoppen Fleischimporte
Nach dem ersten bestätigten Fall der Hochpathogenen Aviären Influenza (HPAI) in einer brasilianischen Nutztierhaltung haben 21 Staaten und Staatengemeinschaften die Einfuhr von Geflügelfleisch aus Brasilien vollständig gestoppt. Diese Länder machten etwa die Hälfte des brasilianischen Gesamtexportvolumens im Jahr 2024 aus.
Der betroffene Betrieb liegt im Bundesstaat Rio Grande do Sul in der Stadt Montenegro. Trotz des begrenzten Ausbruchs zeigen sich Regierung und Landwirtschaftsministerium zuversichtlich. Sollte kein weiterer Fall auftreten, könnten die Exporte nach 28 Tagen wieder aufgenommen werden. Landwirtschaftsminister Carlos Fávaro betont die Robustheit des brasilianischen Tierseuchenkontrollsystems.
Wichtige Handelspartner wie China und EU blockieren Einfuhren
Zu den nun gesperrten Absatzmärkten zählen laut Angaben des Agrarressorts auch sieben der zehn wichtigsten Exportziele Brasiliens, darunter China, Südafrika, die Philippinen, die Europäische Union, Mexiko, der Irak und Südkorea. Nach Daten des brasilianischen Verbands für tierisches Protein (ABPA) exportierte Brasilien 2024 rund 5,16 Millionen Tonnen Geflügelfleisch – etwa die Hälfte davon in die nun blockierten Märkte.
Einige Länder wie Großbritannien setzen hingegen auf Regionalisierungsabkommen: Sie stoppen nur Importe aus Rio Grande do Sul, nicht aus ganz Brasilien. Die dritt- und viertgrößten Handelspartner Japan und Saudi-Arabien nehmen weiterhin brasilianisches Geflügelfleisch ab, sofern es nicht aus dem betroffenen Gebiet stammt.
Der aktuelle Fall ist der erste bestätigte Ausbruch in einer kommerziellen Haltung, nachdem die Geflügelpest in den vergangenen zwei Jahren vor allem im Wildtierbestand Brasiliens kursierte. In der Subsistenzlandwirtschaft traten seit Sommer 2023 einzelne Fälle auf. Laut heimischen Medienberichten sind alle bisherigen Tests auf weitere HPAI-Verdachtsfälle negativ ausgefallen.

































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