Hohe EU-Importzölle auf Lysin: Futter wird teurer und die Branche protestiert

23 Januar 2025
Verbände
Hähnchen

Seit Mitte Januar hat die EU-Kommission sehr hohe Zölle für die Aminosäure Lysin aus China eingeführt. Damit wird Futter teurer. Ohne Zufuhr von Lysin ist eine nährstoffreduzierte Fütterung sehr nah am Bedarf der Tiere nicht möglich. Die Futtermittelbranche wehrt sich.

Warum Lysin für die Fütterung unverzichtbar ist

Lysin ist eine essenzielle Aminosäure, die heute für eine nachhaltige Fütterung von Nutztieren unverzichtbar ist. Nur durch die Ergänzung von Lysin und anderen Aminosäuren in den Futterrationen ist die heute übliche, dem tatsächlichen Bedarf der Tiere angepasste, nährstoffreduzierte Fütterung überhaupt möglich. Lysin und seine Vorprodukte kommen überwiegend aus China. In der EU selbst gibt es nur noch einen nennenswerten Hersteller in Frankreich.

Zum 15. Januar hat die EU-Kommission die vorläufigen Antidumpingzölle in Höhe von fast 85 Prozent auf Ware aus China verhängt. Wie das Bayerische Landwirtschaftliche Wochenblatt berichtet, könnte Frankreich diesbezüglich Druck gemacht haben in Brüssel, um seine eigene Produktion zu schützen.

Futtermittelbranche fordert Rücknahme der Antidumpingzölle

Der Deutsche Verband Tiernahrung e. V. (DVT) und der Deutsche Raiffeisenverband e.V. (DRV) kritisieren die Verhängung der hohen Zölle scharf. Hersteller von Vormischungen und Mischfutter seien zutiefst besorgt, sagt Dr. Hermann-Josef Baaken, Sprecher der DVT-Geschäftsführung. Bis zu 70 Prozent des in der EU eingesetzten Lysins kämen aus China.

Gemeinsam mit dem europäischen Mischfutterverband (FEFAC) fordern DVT und DRV die EU-Kommission nachdrücklich auf, die Antidumpingzölle rückwirkend zurückzunehmen. Die EU müsse sich zudem darum bemühen, durch eine gezielte Politik Investitionen anzuregen, um die Produktion auch innerhalb der EU zu steigern und die EU-Lieferkette zu diversifizieren.

Ein Verzicht auf den Einsatz von Lysin könne in der Folge zu einer Ausweitung des Anteils von importiertem Soja in Futterrationen und damit zur Verdrängung heimischer Proteinträge führen, so der DVT-Sprecher weiter.

DVT, Geflügelnews
Bild: AdobeStock_Malisa Willw

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