Geflügelbranche will investieren – worauf es jetzt ankommt

19 Juni 2026
Masthuhn
Landvolk

Dr. Holger Hennies, Präsident des Landvolks Niedersachsen (2.v. li.), sieht die Geflügelhaltung aktuell als einer der Sektoren mit eindeutig positiver Zukunftsperspektive für unternehmerisch denkende Landwirte. 


Die Nachfrage nach Geflügelfleisch wächst – und mit ihr die Bereitschaft der Branche zu investieren. Auf einer Fachveranstaltung in Osnabrück (Niedersachsen) machten Vertreter aus Landwirtschaft, Beratung, Lebensmittelwirtschaft und Verbänden deutlich, welche Chancen sie sehen und warum Genehmigungen jetzt zum entscheidenden Faktor werden.

Niedersachsen ist Geflügelland Nr. 1 in Deutschland und will das auch bleiben. Wie das gelingen kann, stand im Mittelpunkt einer Veranstaltung in Osnabrück, zu der das Landvolk Niedersachsen, der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG), die Niedersächsische Geflügelwirtschaft (NGW) sowie die Marketinggesellschaft Niedersachsen (MGN) eingeladen hatten. Die hohe Beteiligung mit rund 250 Gästen unterstrich das große Interesse an einer Branche, die innerhalb der Fleischwirtschaft seit Jahren zu den Wachstumstreibern zählt.

Marktexperte Dr. Albert Hortmann-Scholten ordnete in Osnabrück die Markt- und Wettbewerbsentwicklung ein und zeigte Chancen und Risiken des Hähnchenmarktes auf. Die Planungsberaterin Inga John erläuterte die Anforderungen auf dem Weg zur Genehmigung neuer Hähnchenställe, insbesondere zu Nachbarschaft, Naturschutz und Emissionen. Durch das Programm führten Landvolk-Hauptgeschäftsführer Stefan Ortmann und der NGW-Geschäftsführer Dieter Oltmann.

Die großen Integrationen auf dem Podium

Auf großes Interesse stießen die Dialogforen mit Vertretern nahezu aller bedeutenden deutschen Geflügelunternehmen. Diskutiert wurden Marktchancen, Vertragsmodelle und Investitionsanforderungen für die Landwirte. Vertreten waren Biofino, Borgmeier Frischgeflügel, Geflügelspezialitäten Steinfeld, Heidemark/Gut Bergmark, die PHW-Gruppe/Wiesenhof, die Plukon Food Group, die Rothkötter-Unternehmensgruppe sowie die Sprehe-Gruppe.

Dr. Holger Hennies, Präsident des Landvolks Niedersachsen, sieht die Geflügelhaltung aktuell als einer der Sektoren mit eindeutig positive Zukunftsperspektive für unternehmerisch denkende Landwirte. Geflügelhalter brauchen aus seiner Sicht mehr Flexibilität bei Haltungsoptionen und täglicher Praxis, um die entscheidende Effizienz zu erreichen. „Nur so kommen Tierwohl sowie Wirtschaftlichkeit in guten Einklang – und deutsche Tierhalter bestätigen ihren Titel als klimaschutzeffizienteste Produzenten der Welt.“

Kommunen sind wichtige Partner

Ein zentrales Thema war die Bedeutung verlässlicher Rahmenbedingungen für Investitionen vor Ort. Dabei wurden vor allem die Kommunen als wichtige Partner einer gemeinsam getragenen erfolgreichen Standortentwicklung hervorgehoben.

Hubertus Berges, Vorstandsvorsitzender der MGN, betonte: „Nur im konstruktiven Zusammenwirken von Unternehmen, landwirtschaftlichen Familienbetrieben, Genehmigungsbehörden und Kommunen können neue Investitionen mit Akzeptanz vor Ort umgesetzt, Arbeitsplätze gesichert und Versorgungssicherheit gestärkt werden.“

Geflügel ist stabiler Zukunftsmarkt

Hans-Peter Goldnick, Präsident des ZDG stellte die Chancen heraus: „Geflügel wächst, weil es die Erwartungen der Verbraucher trifft. Wir sprechen nicht von einem kurzfristigen Trend, sondern von einem stabilen Zukunftsmarkt“. 

Friedrich-Otto Ripke, Präsident der NGW, ergänzte die niedersächsische Sicht der Branche: „Geflügelfleisch und Eier sind gesund und werden von Verbrauchern immer stärker nachgefragt. Unsere Tierhalter sind erfahren, und unsere Integrationen sind mit starken, bekannten und geschätzten Marken unterwegs. Zuwachs an Ställen und Erzeugung ist für die sichere Zukunft unserer Branche unbedingt notwendig.“

Die Veranstalter zogen ein positives Fazit: Die Marktchancen der Geflügelwirtschaft, aber auch der Bedarf an wirtschaftsorientierten Rahmenbedingungen, praktikablen Genehmigungsverfahren und einer engen Zusammenarbeit von Landwirtschaft, Unternehmen und Kommunen wurden deutlich. Die Veranstaltung stärkte den Dialog entlang der Wertschöpfungskette und setzte ein wichtiges Signal für die Zukunft der niedersächsischen und deutschen Geflügelwirtschaft, so das Landvolk in seiner Pressemitteilung.

LPD
Bild: Landvolk Pressedienst

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