Fleischtrend 2025: Geflügel boomt – Deutschland wird abhängiger von Importen

08 April 2026
Gesellschaft
Infografik Fleisch

Die Deutschen greifen wieder häufiger zu Fleisch – und vor allem zu Geflügel. 2025 steigt der Pro-Kopf-Verzehr das dritte Jahr in Folge. Doch die heimische Produktion hält nicht Schritt. Besonders beim Geflügelfleisch öffnet sich die Lücke zwischen Nachfrage und Angebot.

Geflügelfleisch erreicht neuen Höchstwert

Geflügelfleisch bleibt der klare Gewinner im Fleischmarkt. Die Verbraucher kauften 2025 so viel Geflügel wie nie zuvor. Pro Kopf lag der Verzehr bei knapp 15 Kilogramm – rund ein Kilogramm mehr als im Jahr zuvor. Damit entfällt inzwischen etwa ein Viertel des gesamten Fleischkonsums auf diese Kategorie.

Vor allem Hähnchenfleisch treibt die Entwicklung. Es gilt als vergleichsweise günstig und vielseitig. Während die Preise für andere Fleischarten deutlich anzogen, blieben die Steigerungen bei Geflügel moderat. Das stärkte die Nachfrage zusätzlich.

Fleischkonsum steigt – bleibt aber unter früherem Niveau

Insgesamt verzehrten die Deutschen 2025 im Schnitt 54,9 Kilogramm Fleisch pro Kopf. Das entspricht einem Plus von 1,4 Kilogramm gegenüber dem Vorjahr. Trotz dieses Anstiegs bleibt der Konsum deutlich unter früheren Werten. 2011 lag er noch bei fast 64 Kilogramm.

Schweinefleisch dominiert weiterhin den Markt. Mit 28,3 Kilogramm pro Kopf macht es mehr als die Hälfte des Verbrauchs aus. Auch Rind- und Kalbfleisch legten leicht zu, obwohl die Preise stiegen.

Produktion schwächelt – Geflügel betroffen

Während der Verbrauch wächst, sinkt die Produktion leicht. 2025 erzeugten deutsche Betriebe rund 7,29 Millionen Tonnen Fleisch – ein Minus von 0,3 Prozent.

Beim Geflügel zeigt sich die Diskrepanz besonders deutlich. Die Erzeugung blieb mit rund 1,53 Millionen Tonnen knapp unter dem Vorjahreswert. Die Vogelgrippe belastete die Betriebe und bremste das Wachstum.

Noch stärker fiel der Rückgang bei Rindfleisch aus. Hier sank die Produktion um sechs Prozent. Lediglich Schweinefleisch legte zu, gestützt durch stabile Bestände und höhere Schlachtgewichte.

Importe schließen die Versorgungslücke

Um die steigende Nachfrage zu decken, weiteten Händler die Importe deutlich aus. Die Einfuhren von Fleisch und Fleischprodukten stiegen um fast elf Prozent auf rund 3,6 Millionen Tonnen. Besonders gefragt waren Rind- und Geflügelfleisch.

Gleichzeitig erhöhten sich auch die Exporte leicht. Dennoch sinkt die Eigenversorgung insgesamt. Sie liegt nun bei 114,6 Prozent.

Beim Geflügel fällt die Quote mit 91,3 Prozent unter die wichtige Marke von 100 Prozent. Deutschland ist hier zunehmend auf Lieferungen aus dem Ausland angewiesen. Bei Rindfleisch unterschreitet die Selbstversorgung erstmals ebenfalls diese Schwelle.

Markt unter Druck: Nachfrage wächst schneller als Angebot

Der Fleischmarkt verschiebt sich sichtbar. Verbraucher bevorzugen Geflügel, während die Produktion nicht Schritt hält. Tierseuchen, strukturelle Veränderungen und Kostenbelastungen setzen die Erzeuger unter Druck.

Geflügelnews
Bild: BZL
Quelle: BZL

Reagieren

Geflügelnews lädt Sie ein, auf Artikel zu reagieren und schätzt Reaktionen mit Inhalt. Die Redaktion behält sich das Recht vor, beleidigende oder kommerziell motivierte Reaktionen ohne Angabe von Gründen zu entfernen.