„Jeden Tag koste ich das Wasser, das meine Legehennen trinken, um zu sehen, ob es sauber genug ist“, sagt Legehennenhalter Christ Berth aus Nokere in Ostflandern. Seine 125.000 Legehennen trinken gesammeltes Regenwasser. Berth ist einer der wenigen Geflügelzüchter in Flandern, die sich das trauen.
Christ Berth aus dem ostflämischen Nokere lässt seine 125.000 Legehennen Regenwasser trinken – eine in der Region ungewöhnliche Praxis. Täglich koste er das Wasser selbst, um sicherzustellen, dass es sauber genug ist, berichtet die flämische Landwirtschaftszeitung Landbouwleven.
Warum ein Legehennenhalter auf Regenwasser umstellt
Bereits vor rund 13 Jahren hat Berth beim Neubau seines Stalls in ein System zur Regenwassernutzung investiert. Grund dafür war der unzuverlässige Grundwasserspiegel sowie die hohen Kosten für Leitungswasser. Durch das Auffangen und Aufbereiten von Regenwasser betreibt Berth Wiederverwendung direkt an der Quelle.
Über die Dächer seiner Stallanlagen – insgesamt rund 4.800 Quadratmeter – sammelt Berth jährlich etwa drei Millionen Liter Regenwasser. Nur das Wasser vom Güllestall wird wegen zu hoher Staubbelastung nicht verwendet. Laut Landbouwleven wird das gesammelte Wasser aufwendig gefiltert und desinfiziert, bevor es den Hühnern als Trinkwasser zugeführt wird.
So funktioniert das Filtersystem für sauberes Trinkwasser
Das Trinkwasser setzt sich zu einem Drittel aus Regen- und zu zwei Dritteln aus Bohrlochwasser zusammen. Um die Qualität sicherzustellen, wird das Regenwasser in mehreren Schritten gereinigt: Zunächst filtert ein Gitter grobe Partikel wie Blätter heraus. Monatlich wird Chlor zur Desinfektion in die Zisterne gegeben. Danach erfolgt eine feinere Filterung über Flaschenfilter, ergänzt durch UV-Licht-Desinfektion.
Auch das Bohrlochwasser durchläuft diese Schritte, wird jedoch zusätzlich enthärtet. Beide Wasserarten werden in einem Pufferbrunnen zusammengeführt und erhalten vor der Nutzung durch die Hühner eine letzte Desinfektion mit Peroxid. Probleme mit der Wasserqualität habe es laut Berth bisher keine gegeben.
Für den Landwirt ist sauberes Wasser essenziell für seinen Betrieb. „Die Ernährung der Hühner besteht zu zwei Dritteln aus Wasser – ohne Wasser keine Eier“, so Berth. Er sieht sauberes Wasser als Grundlage für Tiergesundheit und Produktivität.

































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