Elektro-Hoflader und andere E-Maschinen sind für viele Hof- und Stallarbeiten bereits eine wirtschaftlich und ökologisch interessante Alternative zum Diesel, vor allem mit eigener Stromerzeugung und passender Förderung.
Alternativen zu dieselbetriebenen Maschinen sind in der Landwirtschaft schon für viele Funktionen einsatzfähig. Das wurde beim Praxistag „Alternative Antriebsenergien für Landmaschinen“ der Landwirtschaftskammer Niedersachsen deutlich.
Auf dem Gelände des Landwirtschaftlichen Bildungszentrums Echem der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) zeigten deren Fachleute sowie Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von Herstellern und Vertriebsunternehmen elektrisch betriebene Rad- und Teleskoplader, Futterschiebe- und Stallreinigungsroboter, eine E-Aufsitzmaschine für Stallreinigung und Futtervorlage, eine Saat-Drohne sowie Traktoren mit alternativen Antrieben. Mitveranstalter war das Niedersächsische Landwirtschaftsministerium.
Ministerin Miriam Staudte (Grüne) sagte, klar sei, dass es ein Zurück zu rein mit fossilen Brennstoffen betriebenen Fahrzeugen nicht geben werde und forderte Unterstützung von der neuen Bundesregierung: „Wenn vollelektrische Maschinen direkt über Photovoltaik auf dem Stalldach geladen werden, zahlt das doppelt ein: auf das Klima und in den Geldbeutel des Betriebs. Insofern muss die neue Bundesregierung entsprechende Förderinstrumente auf den Weg bringen.“
E-Antrieb für Stall- und Hof-Arbeiten
„Gerade für Arbeiten im Stall und auf dem Betriebsgelände sowie bei Traktoren bis etwa 100 PS Leistung ist der Elektroantrieb zunehmend als interessante Alternative zum Dieselmotor anzusehen“, berichtete Dr. Harm Drücker von der LWK. Betriebe, die Solarstrom produzierten, könnten diesen zum Laden ihrer E-Fahrzeuge und -Maschinen nutzen. „Bei Landmaschinen mit höherer Leistung ist ein Elektroantrieb derzeit noch nicht praktikabel – entsprechende Batterien wären zu schwer, die erforderlichen Ladezeiten zu lang“, so Drücker.
Solarstrom nutzen: Laden auf dem eigenen Hof
Insbesondere bei Hofladern gebe es bereits eine brauchbare Auswahl an E-Modellen, ergänzte Martin Vaupel, LWK. Zwar seien elektrisch betriebene Fahrzeuge in der Regel deutlich teurer als vergleichbare Verbrenner-Modelle; Tests der LWK hätten jedoch ergeben, dass manche Elektromodelle bei der Wirtschaftlichkeit überlegen sein könnten – staatliche Förderung und günstigen Strom etwa aus eigenen Photovoltaikanlagen vorausgesetzt.
E-Antrieb und flüssige Alternativen
Neben Strom werden flüssige Alternativen zum fossilen Dieselkraftstoff stark gefragt sein, um Klimaschutzziele zu erreichen – auch darin waren sich die Referenten einig. Fossiler Dieselkraftstoff habe keine Zukunft – kurzfristig und sehr CO2-wirksam gelte es, auf pflanzenbasierte Kraftstoffe zu setzen, bekräftigte etwa Professor Ludger Frerichs von der Technischen Universität Braunschweig.
Industrie benötigt Planungssicherheit
Effektive Anreize zur Nutzung biogener und erneuerbarer Energieträger seien der erste Schritt, um den Umstieg bei Herstellern und Anwendern einzuleiten, betonte Dr. Johannes Hipp vom Maschinenbau-Branchenverband VDMA. „Dazu ist allerdings der politische Wille nötig, in Sachen alternative Kraftstoffe endlich klar und deutlich zu handeln.“ Die Landwirtschaft selbst könne dem Umstieg durch eine entsprechende Anbauplanung gut praktisch umsetzen, ergänzte Frerichs: „Wir benötigen nur wenige Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche für den Ersatz des fossilen Diesels in der Landwirtschaft.“
Betriebe müssen genau rechnen
Aus Sicht von Dr. Hartmut Matthes, Geschäftsführer des Bundesverbands Lohnunternehmen, müssen Betriebe eine Reihe von Kriterien beachten, um bei der Antriebsenergie ihrer Maschinen die für sie richtige Entscheidung treffen zu können. Es gelte unter anderem, die Wirtschaftlichkeit alternativer Antriebsenergien zu bewerten. Hierzu gehörten Investitionskosten und Investitionssicherheit, mögliche Förderungen, Einflüsse auf die Wettbewerbsfähigkeit und auf den ökologischen Fußabdruck der Agrarprodukte.“




































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