Laut TA Luft müssen in größeren Geflügelställen Ammoniakemissionen deutlich gesenkt werden. Als günstigere Alternative zur Abluftreinigung hat sich ein Einstreuzusatz erwiesen, der Ammoniak im Stall reduziert. In Hähnchenställen schon erfolgreich erprobt, wird er jetzt bei Legehennen getestet.
Lars Broer ist Leiter Emissions- und Immissionsmessstelle der LUFA Nord-West (Landwirtschaftliche Untersuchungs- und Forschungsanstalt) im niedersächsischen Oldenburg. Er hat in den vergangenen zwei Jahren federführend Praxisuntersuchungen zu einem neuen Einstreuzusatz durchgeführt. Dieser soll Ammoniakemissionen im Geflügelstall reduzieren. Die Wirksamkeit wurde bei den Untersuchungen klar erwiesen - im Hähnchenmaststall. Jetzt soll eine neue Testreihe zeigen, ob das auch im Legehennenstall funktioniert.
Hintergrund der aufwändigen Versuchsreihen ist die Neuregelung der TA Luft. Hiernach müssen Betreiber von größeren Geflügelställen demnächst (Umsetzungsfrist 30.11.2026 bzw. 31.12. 2028) Ammoniak- und Staubemissionen aus ihren Ställen in erheblichem Umfang reduzieren. Laut TA Luft ist in diesem Sinne die Nachrüstung einer Abluftreinigungsanlage vorgesehen – zumindest, wenn dies „verhältnismäßig“ ist.
Abluftreinigung mit hohen laufenden Kosten
Eine Abluftreinigung bedeutet nicht nur hohe Investitionskosten, sondern auch deutlich höhere Betriebskosten im laufenden Betrieb des Stalles. Eine mögliche Alternative zur Abluftreinigung im Geflügelstall sind speziell entwickelte Einstreupellets. Diese verfügen über einen pH-Wert reduzierenden Zusatz, wodurch Mikroben gehindert werden, Ammoniak zu bilden.
Die LUFA Nord-West untersuchte die speziellen Einstreupellets („ImproBed“) im Hähnchenmaststall über einen längeren Zeitraum. Eine deutliche Reduzierung der Ammoniakemissionen konnte hierüber erreicht werden. Gegenüber dem Referenzwert der TA Luft (0,0437 kg Ammoniak/Tierplatz/Jahr) waren es 77 Prozent Minderung. „ImproBed“ ist inzwischen auch DLG-zertifiziert für die Ammoniakreduzierung.
Projekt in Zusammenarbeit mit dem BVEi
Im Auftrag des Bundesverband Ei (BVEi) untersuchen Lars Broer und Team jetzt, ob eine solche Ammoniakreduzierung auch in Legehennenställen erreicht werden kann. Bei Vorversuchen wurden unterschiedliche Maßnahmen zur Emissionsminderung getestet und die vielversprechendsten Maßnahmen für Hauptuntersuchungen herangezogen.
Um unter möglichst praxisnahen Bedingungen zu testen, werden vier Legehennenbetriebe in verschiedenen Regionen Deutschlands einbezogen. Die Ställe haben praxisübliche Größenordnungen, die Messungen sollen alle Jahreszeiten beinhalten. Broer geht davon aus, dass das Projekt dann im Winter dieses Jahres abgeschlossen werden kann.
Verglichen werden sollen im anlaufenden Projekt nun folgende Varianten:
- Kontrollstall: 2x Kotbandräumung/Woche ohne Kotbandbelüftung
- Versuchsstall 1: 3 x Kotbandräumung/Woche ohne Kotbandbelüftung plus konventionelle Einstreu (Hobelspäne)
- Versuchsstall 2: 3 x Kotbandräumung/Woche plus Einstreu mit „ImproBed“
In den Voruntersuchungen waren verschiedene Varianten zur Häufigkeit des Abdrehens und zur Häufigkeit des Nachstreuens getestet worden.
Im Vorversuch zeigte der Einsatz des Einstreuzusatzes auch bei den Legehennen deutliche Wirkung. Wenn Anfang kommenden Jahres die Projektergebnisse vorliegen, wird auch hier die Frage sein, wie die Genehmigungsbehörden, sprich Landkreise, diese bewerten und ob der Einstreuzusatz anerkannt wird zur Emissionsminderung bzgl. TA Luft.

































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