Mit dem begonnenen Vogelzug nimmt die Gefahr einer Ausbreitung der Vogelgrippe zu. In Mecklenburg-Vorpommern wurde das Virus bei gehaltenem Geflügel bislang nicht nachgewiesen. Agrarminister Dr. Till Backhaus mahnt dennoch zur Vorsicht.
Die Vogelgrippe ist in Mecklenburg-Vorpommern in diesem Herbst bislang nicht bei gehaltenem Geflügel aufgetreten. Trotzdem sieht Agrarminister Dr. Till Backhaus ein hohes Infektionsrisiko für die Bestände. Mit sinkenden Temperaturen und dem Beginn des Vogelzugs steige die Gefahr, dass sich die hochansteckende Tierseuche ausbreite. Funde infizierter Wildvögel in anderen Bundesländern zeigten, dass Geflügelhalter ihre Schutzmaßnahmen verstärken sollten. Darüber berichtete der Norddeutsche Rundfunk, NDR.
Positive Nachweise bei Wildvögeln
Das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern untersucht regelmäßig Proben von gehaltenem Geflügel auf Vogelgrippe. Die seit Juli 2026 gezogenen 259 Proben waren alle negativ. Bei Wildvögeln wurde das Virus dagegen nachgewiesen: Zwei im Juli tot aufgefundene Eiderenten waren infiziert. Von insgesamt 24 untersuchten Wildvögeln waren damit zwei positiv. Bei 19 untersuchten Säugetieren, darunter Füchsen, Marderhunden und Waschbären, wurde das Virus nicht gefunden.
Im Vergleich zum Herbst 2025 ist die Ausgangslage in Mecklenburg-Vorpommern damit zunächst günstiger. Wie stark die Vogelgrippe dennoch um sich greifen kann, zeigte sich im vergangenen Winter. Nach damaligen Angaben des Friedrich Loeffler-Instituts (FLI) wurden zwischen Herbst 2025 und Februar 2026 rund drei Millionen Nutztiere getötet. Bei Wildvögeln wurden etwa 2.500 Infektionen nachgewiesen - so viele wie nie zuvor. Die tatsächliche Zahl der verendeten Tiere dürfte deutlich höher liegen, da nur ein Teil der Kadaver untersucht wird, so der NDR.
2025 etwa 20.000 Kraniche betroffen
Auch die Kranichpopulation war schwer betroffen. Nach Angaben einer Expertin gingen im vergangenen Herbst allein in Deutschland rund 20.000 Kraniche durch die Geflügelpest verloren, europaweit waren es mindestens 40.000. Die Bestände erholten sich nur langsam.
Backhaus rät zu früherem Schlachten
Dr. Till Backhaus appelliert an alle Geflügelhalter, ihre Bestände mit konsequenten Biosicherheitsmaßnahmen zu schützen. Dazu gehört beispielsweise, Wildvögel von Futterstellen und Tränken fernzuhalten. Mit Blick auf das Weihnachtsgeschäft empfiehlt der Minister außerdem, Schlachtungen gegebenenfalls vorzuziehen. Damit sollten wichtige Einnahmen zum Jahresende gesichert werden, falls es zu einem Ausbruch und damit verbundenen Einschränkungen kommt.









































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