Agrarhaushalt 2025: Keine Milliarden für Tierwohl

08 September 2025
Deutschland
Waldspatiergang Alois Rainer

Bundesagrarminister Alois Rainer (CSU) scheitert mit seiner Forderung nach zusätzlichen 1,5 Milliarden Euro für den Umbau der Tierhaltung. Die Landwirte reagieren mit Unmut – der Agrarhaushalt 2025 bringt weniger, als viele erwartet hatten.

Rainer ohne Erfolg: Tierwohl-Milliarden bleiben aus

Noch im Juni versprach Bundesagrarminister Alois Rainer den Landwirten auf dem Deutschen Bauerntag, er werde beim Finanzminister für mehr Unterstützung beim Stallumbau kämpfen. Ziel war es, die Mittel für das Bundesprogramm Tierhaltung deutlich aufzustocken. Doch angesichts des 30-Milliarden-Lochs im Bundeshaushalt 2026 ist klar: Die gewünschten 1,5 Milliarden Euro stehen weder 2025 noch 2026 zur Verfügung.

Der Haushaltsausschuss verweigert zusätzliche Gelder und fordert stattdessen klare Reformen. Bis spätestens März 2026 soll eine Novellierung des Tierhaltungskennzeichnungsgesetzes und des Förderprogramms vorliegen. Zudem erwartet der Ausschuss Erleichterungen im Bau- und Immissionsschutzrecht, um Investitionen in tiergerechte Ställe zu erleichtern. Auch eine Vereinfachung der Förderbedingungen sowie eine Begrenzung der Projektträgerkosten stehen auf der Agenda.

Bundesprogramm Tierhaltung: Fördermittel bleiben ungenutzt

Seit dem Start des Programms im März 2024 gingen bis Juli 2025 lediglich 243 Anträge auf Investitionsförderung sowie 414 Anträge für laufende Kosten ein. Insgesamt wurden Fördermittel von 169,6 Mio. Euro beantragt, ausgezahlt jedoch nur rund 114,5 Mio. Euro. Für 2024 waren 150 Mio. Euro vorgesehen, für 2025 stehen 200 Mio. Euro bereit – doch die Nachfrage bleibt deutlich hinter den Erwartungen zurück.

Eine alternative Finanzierung, etwa über eine Tierwohlabgabe oder eine Mehrwertsteuererhöhung, lehnt Rainer weiterhin strikt ab. Am 4. September beschloss der Haushaltsbereinigungsausschuss endgültig den Agrarhaushalt 2025.

Landwirte fordern mehr Unterstützung beim Stallumbau

Die Entscheidung stößt in der Landwirtschaft auf Unverständnis. Schweinemäster Jürgen Dierauff (ISN, Bayerischer Bauernverband) warnt: „Es ist schon schwierig genug, in Tierwohl zu investieren. Ohne stabile Förderung geht es nicht.“ Besonders im Sauenbereich sei mehr Flexibilität notwendig, etwa für moderate Bestandserweiterungen.

Zwar begrüßen Landwirte die geplante Vereinfachung der Förderkriterien, doch entscheidend sei auch die Vermarktung von Tierwohlfleisch. „Höhere Haltungsformen allein reichen nicht, wenn Handel und Verbraucher nicht mitziehen“, so Dierauff. Der Lebensmitteleinzelhandel müsse Verantwortung übernehmen, damit Tierwohl nicht an den Märkten scheitert.
Nebenposten im Agrarhaushalt: Waldforschung und Tafeln

Zwar blieb der Agraretat 2025 mit 6,88 Mrd. Euro im Vergleich zum Regierungsentwurf unverändert, doch kleinere Änderungen gibt es:

  • 660.000 Euro zusätzlich für Agroforsten
  • 200.000 Euro für klimafitte Wälder (2026: 4,8 Mio. € eingeplant)
  • 1 Mio. Euro mehr für Tafel Deutschland zur Stärkung von Lebensmittelrettung und Logistik

Das geplante Zukunftsprogramm Pflanzenschutz (1,6 Mio. €) wurde gestrichen.

Geflügelnews
Bild: BMLEH
Quelle: agrarheute

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